Kundenorientierte Zukunftsinvestitionen trotz anspruchsvoller Marktbedingungen

Bericht zum 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/2020

(Ehningen, 28. Mai 2020) In den vergangenen Monaten wurde die gesamte Automobilindustrie und auch der Bertrandt Konzern vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie und der staatlich angeordneten weitreichenden Einstellung der wirtschaftlichen Aktivität vor anspruchsvolle und umfangreiche Herausforderungen gestellt. Dies wirkt sich auf die Gesamtleistung des Unternehmens aus. Diese sank im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/2020 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf 508 Mio. Euro. Das Unternehmen hat frühzeitig auf die Marktbedingungen reagiert und einen Maßnahmenkatalog zur Absicherung der Wertschöpfung und Kostenoptimierung implementiert.

Bereits zu Beginn des ersten Halbjahres 2020 breitete sich das neue Coronavirus in China aus, hat die Welt und auch Bertrandt als Unternehmen vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Nahezu alle Industrien wurden gezwungen, die Betriebstätigkeit temporär zu drosseln oder gänzlich auszusetzen. „Bertrandt hat frühzeitig auf die Entwicklung reagiert und Anfang März 2020 einen Pandemiestab zur Koordination von Empfehlungen und Maßnahmen sämtlicher Aspekte im Zusammenhang mit dem Coronavirus implementiert. Der Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden sowie die Sicherstellung der operativen Leistungsfähigkeit hat dabei die höchste Priorität“, sagt Markus Ruf, Vorstand Finanzen der Bertrandt AG. Dank großflächiger Verfügbarkeit von mobilen Arbeitsplatzlösungen, einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur sowie hohen digitalen Sicherheitsstandards – Bertrandt ist TISAX zertifiziert – ist es dem Unternehmen gelungen, in einem herausfordernden Umfeld weiterhin für seine Kunden tätig zu sein und gleichzeitig die Mitarbeiter zu schützen.

Unsere Kunden reagierten im Berichtszeitraum zum Schutz der Mitarbeiter sowie der Sicherstellung der eigenen Liquidität mit Produktions- und Projektunterbrechungen, was sich auch auf die Auftragslage des Unternehmens auswirkte. Dieser Situation begegnet Bertrandt mit verschiedenen Maßnahmen wie Kurzarbeit und einer strikten Kostendisziplin. So prüft das Unternehmen jede Investition auf kurzfristige Einsparpotenziale, nur große und an den Zukunftsthemen ausgerichtete Investitionen werden getätigt. Erste Effekte aus den Sparmaßnahmen sind spürbar.  Die langfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und des Shutdowns auf die deutsche und weltweite Wirtschaft sowie die Pkw-Absatzschwäche mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kunden von Bertrandt sind noch nicht überschaubar und können erst in den kommenden Monaten beurteilt werden. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand von Bertrandt die bisherige Prognose für den Geschäftsverlauf im Jahr 2019/2020 am 20. März 2020 zurückgezogen und davon abgesehen, eine neue Prognose abzugeben.

Losgelöst von den dramatischen Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, befindet sich die Automobilindustrie weiterhin inmitten des Transformationsprozesses. Modellvielfalt bei Elektrofahrzeugen und Technologiesprünge in den Bereichen neuer Antriebsformen oder vernetztes und autonomes Fahren stellen die Branche vor Herausforderungen, aber bieten Themenvielfalt und entsprechendes Potenzial für Engineering-Dienstleister. Im Entwicklungsprozess übernimmt Bertrandt als verlässlicher Technologiepartner mit umfassender Lösungskompetenz in allen gefragten Disziplinen immer mehr Verantwortung. Schnittstellenmanagement zwischen neuen und etablierten Kunden sowie Steuerungs- und Projektmanagement-Kompetenz sind zunehmend gefragt.

Die wichtigsten unternehmerischen Kennzahlen entwickelten sich unter den dargestellten Rahmenbedingungen in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2019/2020 wie folgt: Die Gesamtleistung sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf 508 Mio. Euro. Das EBIT belief sich im Berichtzeitraum auf 21 Mio. Euro. Dies entspricht einer Marge von 4,2 %. Weiterhin betrug das Ergebnis nach Ertragsteuern 12 Mio. Euro. Das Eigenkapital in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2019/2020 betrug 413 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt ohne Berücksichtigung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 auf Vorjahresniveau (inkl. IFRS 16: 46,9 %). Die starke Eigenkapitalausstattung, eine Liquiditätsposition von 113 Mio. Euro und gesicherte Kreditlinien von über 200 Mio. Euro stellen eine solide finanzielle Basis in einem anspruchsvollen Umfeld dar.

Abgesehen von der derzeit alles beeinflussenden Coronavirus-Krise sind die für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung beschriebenen wichtigsten Megatrends umweltfreundliche individuelle Mobilität, autonomes und vernetztes Fahren sowie steigende Modell- und Variantenvielfalt bei E-Fahrzeugen intakt und bieten Perspektiven für die Zukunft. Um die Marktpositionierung von Bertrandt mit neuen Prüfzentren für verschiedene Antriebssysteme konsequent auf die Kundenbedürfnisse und die hohe Nachfrage auszurichten, investierte Bertrandt im ersten Halbjahr 27 Mio. Euro.

Finanzkennzahlen nach IFRS
im Bertrandt-Konzern

01.10.2019 - 31.03.2020

01.10.2018 - 31.03.2019

Gesamtleistung (in TEUR)

508.240

524.971

EBIT (in TEUR)

21.238

35.822

Ergebnis nach Ertragsteuern

(in TEUR)

11.959

23.368

Free Cashflow (in TEUR)

23.708

7.721

Investitionen (in TEUR)

27.140

39.491

Eigenkapitalquote (in %)

46,9*

52,2

Mitarbeiterzahl weltweit

13.256

13.400

*Ohne IFRS 16: 52,1 % (Vorjahr: 52,2 %)

Ihre Ansprechpartnerin

Julia Nonnenmacher

Pressesprecherin

Ihr Ansprechpartner

Björn Voss

Leiter Investor Relations