TdSE 2025 in Salzburg

Systems Engineering ist keine Methode. Es ist Zukunftsgestaltung.

Wie wir die Zukunft der Mobilität dynamisch und kundenorientiert gestalten.

Der Tag des Systems Engineering (TdSE) 2025 in Salzburg hat eindrucksvoll gezeigt: Systems Engineering (SE) ist kein bloßes Methodenset oder eine Sammlung von Tools. Vielmehr verkörpert es Zukunftsgestaltung und funktioniert nur als gemeinschaftliche Aufgabe in einer aktiven Community. Für Bertrandt, vertreten durch Stefan Hahn, Bernhard Reisch und Felix Klann, war der TdSE mehr als eine Konferenz. Er stellte gelebte, standortübergreifende Zusammenarbeit im Salzburg Congress dar.

Systems Engineering im Wandel – vom Methodenmanagement zur Wertschöpfung

Der TdSE verdeutlichte den fundamentalen Wandel im Systems Engineering. Der Fokus verschiebt sich weg von der reinen Methodenkontrolle hin zu einem klaren Wertbeitrag. Die größte Herausforderung ist weniger die Systemkomplexität selbst, sondern die kognitive Belastbarkeit der Menschen, die solche Systeme beherrschen und gestalten müssen.

Highlights des Vortragsprogramms

Das Programm war stringent strukturiert und offenbarte eindrucksvoll, wie unterschiedliche Branchen durch SE gemeinsame Kernprobleme bearbeiten und zu ähnlichen Erkenntnissen gelangen.

Tag 1 fokussierte auf:

  • MBSE, SysML v2, Modellierung und Kollaborationstools
  • Produktlinien, Plattformen und Modularisierung
  • Systems of Systems, Enterprise Architecture und systemisches Denken
  • Erfahrungsberichte aus Großprojekten in Automotive, Bahn, Verteidigung und Raumfahrt

 

Das zentrale Fazit: Die Zukunft liegt nicht in einer größeren Anzahl von Modellen, sondern in einer gemeinsamen Semantik und einer klaren Zweckorientierung.

Tag 2 tauchte tiefer ein in:

  • Sicherheitsthemen wie SOTIF, Safety und Security Co-Engineering
  • Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen als integrale Bestandteile der Systemarchitektur
  • Wandel in Regulatorik und Compliance, speziell in Aviation, MedTech und Automotive
  • Menschliche Faktoren und kognitive Grenzen, inklusive der Frage nach notwendiger Verständlichkeit

Hier zeigte sich: Safety wird ganzheitlich gedacht. Die größte Hürde ist nicht das System, sondern die kognitive Belastbarkeit der Menschen, die es beherrschen müssen.

Vielfältige Branchenbeispiele belegten den Erfolg von Systems Engineering als integrale Unternehmenskompetenz:

  • Raumfahrt: Langzeitmissionen und abteilungsübergreifendes SE
  • Bahn: Safety-by-Design als Architekturprinzip
  • MedTech: SE als Enabler für Compliance
  • Automotive: Realweltbetrieb als verbindliches Wahrheitskriterium
  • Verteidigung: KI und Autonomie in komplexen Einsatzumgebungen

Klares Muster: Systems Engineering ist keine isolierte Rolle oder Abteilung, sondern eine entscheidende Kompetenz für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Erkenntnisse aus dem World Café

Im interaktiven World Café konnten die Teilnehmenden aktuelle Themen praxisnah diskutieren, etwa Modularität für Kreislaufwirtschaft, Large Language Models und SysML v2, Traceability-Komplexität sowie pragmatisches Systems Engineering. Dies förderten einen vielfältigen Austausch und gemeinsames Erarbeiten von Lösungen nach dem Prinzip „Gesetz der zwei Füße“.

Wertvolles Networking beim Social Dinner

Das Social Dinner in den Ferdinand Porsche Erlebniswelten – fahr(T)raum, in Mattsee,  war inhaltlich keine „Erholung“, sondern eine zweite Bühne.

Dort wurde offen diskutiert:

  • Wie man echte Reife entwickelt (nicht misst),
  • welche Profile Systems Engineering in der Realität wirklich braucht,
  • wie man Komplexität in Organisationen kommunizierbar macht,
  • und wie man Systemdenken und systemisches Denken zusammenführt und davon profitiert.

 

Stefan Hahn, Lead Expert und Head of CoC Systems Engineering, berichtet: „Und genau dort war der stärkste Erkenntnismoment: Die größte Barriere ist nicht die Systemkomplexität, sondern die kognitive Limitierung von Menschen. Das klingt im ersten Moment provokant, ist aber im Kern die Wahrheit im Engineering: Komplexität ist nicht per se ‚das Problem‘. Komplexität ist ein Merkmal moderner Systeme. Das eigentliche Problem entsteht dort, wo Menschen diese Komplexität nicht mehr verarbeiten können, weder im Kopf noch im Dialog. Wir können nur ca. 3–4 Konzepte gleichzeitig sauber mental ‚halten‘. Wir können nicht alles visualisieren. Wir können nicht alles modellieren. Kommunikation verflacht, sobald Überforderung eintritt. Das Risiko liegt also nicht im System, sondern in der begrenzten menschlichen Verarbeitungskapazität. Deshalb müssen wir Engineering so gestalten, dass es kognitiv anschlussfähig bleibt.“

Der TdSE 2025 in Salzburg hat klar gemacht: Systems Engineering gestaltet Zukunft und gelingt einzig als gemeinschaftliche Unternehmenskultur. Bertrandt hat die Chance, diese Kultur und Kompetenz weiter zu skalieren und so den „Bertrandt Way“ als Innovationstreiber zu stärken.

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Ihre Ansprechpartnerin

Arbnora Hetemi

Internetredaktion