Kein Start unter Promille: Wenn ein Atemtest zum Sicherheits-Feature wird

Der Moment, der alles entscheidet

Es gibt diesen einen Augenblick, der im Alltag fast unsichtbar ist: Zündung an und los. Im Schwerlastverkehr ist genau das ein kritischer Moment, denn das Risiko und das potenzielle Schadensausmaß sind deutlich höher als in vielen anderen Bereichen. 
Daher gibt es eine Frage, die sich früher oder später logischerweise stellt:  Wie stellen wir sicher, dass wirklich nur fahrtüchtige Fahrer starten? Die Antwort: Ein Atemalkohol‑Messgerät mit integrierter Wegfahrsperre. Genauer gesagt, ein System, das den Motorstart verhindert, wenn eine festgelegte Promillegrenze überschritten wird. Im Zentrum stehen ein Handteil für die Atemprobe und eine Steuereinheit, die direkt mit der Zündung verbunden ist. 

Von der Medizintechnik auf die Straße und plötzlich gelten andere Spielregeln

Spannend für uns ist nicht nur die Technik, sondern der Kontext: Von der Medizintechnik hinein in die Automotive‑Welt. Und damit ändern sich die Erwartungen. Schlagartig! Besonders bei Regularien, Nachweisen und Prozessen, die in der Automobilindustrie zum „Daily Business“ gehören. Für uns kein Problem. 

Wir unterstützen mit technischem Know-how und dem Verständnis dafür, wie Automotive „tickt“, inklusive der besonderen Normen und Abläufe, die über die Zulassung und damit über den Marktzugang entscheiden können. 

Paragraphen? Ja. Aber bitte so, dass es produktiv wird.

Wer einmal ein sicherheitsrelevantes System in einen regulierten Markt bringen will, weiß: Es geht nicht nur um die Funktion, sondern um den Beleg, dass alles regelkonform ist. Für Alkohol‑Interlocks gibt es in Deutschland einen klaren Rechtsrahmen – von der Zulassung der Wegfahrsperre (u. a. § 31a StVZO) über Modellversuche (u. a. § 72a StVG) bis hin zu Regelungen in der Fahrerlaubnis‑Verordnung sowie dem Arbeitsschutzgesetz.

Was wir tun? Wir prüfen die IMDS‑Unterlagen (International Material Data System Unterlagen) sowie die zugehörigen Materialdatenblätter auf Vollständigkeit und Plausibilität auf Basis aktueller gesetzlicher Vorgaben. In der Automotive‑Branche ist diese Dokumentation ein wesentliches Qualitätskriterium und kann darüber entscheiden, ob ein Produkt überhaupt für den Einsatz im Fahrzeug zugelassen wird. Da kennen wir uns aus. 

Der Vertrauens-Booster: Integration in den HiL Prüfstand

Und dann kommt der Teil, der Engineering greifbar macht: Testen unter kontrollierten Bedingungen. Bevor es teuer wird. Das Atemalkohol‑Messgerät mit integrierter Wegfahrsperre wurde erfolgreich in den HiL‑Prüfstand integriert, die Funktionalität verifiziert und erste Tests durchgeführt. Das System kommuniziert stabil mit der bestehenden HiL‑Umgebung und verarbeitet Signale zuverlässig. 
Der eigentliche Gewinn: Mit der HiL‑Anbindung werden neue Testszenarien möglich. Ein Beispiel: Das Zusammenspiel mit fahrzeugnahen Funktionen lässt sich deutlich detaillierter untersuchen. 

„Durch die Anbindung an den HiL‑Prüfstand konnten wir die Kernfunktionen des Alkoholtesters unter kontrollierten Laborbedingungen bestätigen. Die Integration ermöglicht es uns, weitere Testszenarien zu entwickeln und das Zusammenspiel mit fahrzeugnahen Funktionen detaillierter zu untersuchen, “ so ein Bertrandt-Experte.

Und was hat jetzt der Kunde davon?

Für den Kunden bedeutet unser Support in diesem Bereich vor allem eines: schneller und sicherer in einer neuen Branche Fuß zu fassen, ohne sich in Anforderungen zu verlieren. Durch die IMDS‑/Materialdaten‑Prüfung und die Plausibilisierung nach Vorgaben wird die Zulassungsfähigkeit gestützt und damit planbarer, ob und wie das Produkt im Fahrzeug eingesetzt werden kann. 

Gleichzeitig zielt die Lösung auf die reale Praxis ab. Das System soll Manipulationsversuche dokumentieren und relevante Daten verschlüsselt speichern, was die Verlässlichkeit im Einsatz erhöht. Außerdem kann es Unternehmen helfen, ihren Pflichten im Arbeitsschutz besser nachzukommen und durch weniger Unfälle und Ausfallzeiten kosteneffektiv zu arbeiten. 

Übertragbar? Absolut und überall dort, wo „High Stakes“ gelten

Das Atemalkohol-Messgerät ist nur ein Beispiel für viele Branchenwechsel und Systeminnovationen: Wenn ein Produkt aus einem Umfeld kommt, in dem es „funktioniert“, aber nun in einem Markt bestehen muss, in dem Nachweisführung, Datenqualität und Testsicherheit den Unterschied machen. Genau diese Kombination aus Automotive‑Regelwerksverständnis, Dokumentationssicherheit (IMDS) und HiL‑Absicherung lässt sich als Ansatz überall nutzen, wo Systeme sicher, nachvollziehbar und robust in komplexe Umgebungen integriert werden müssen. 

Kurz gesagt: Nicht jede Innovation scheitert an der Idee. Viele scheitern an der Überführung in die Realität oder in eine andere Branche. Aber nicht mit uns. 

Ihre Ansprechpartnerin

Arbnora Hetemi

Internetredaktion