Renault-Concept-Car Zoé

Unter dem Sternenhimmel
Auf dem Genfer Autosalon 2005 stellte Renault sein jüngstes Concept-Car „Zoé“ vor. Das kleine Stadtfahrzeug der gehobenen Klasse soll für echtes Fahrvergnügen sorgen. Die Messebesucher erwartete ein kompaktes, attraktives und dynamisches Modell: Der Zoé besticht mit klaren Linien und runden Formen sowie einem luxuriösen, funktionellen sowie asymmetrisch gestalteten Interieur, das drei vollwertige Sitze und einen großen Kofferraum bietet. LED-bestückte Glasflächen im Dachhimmel sorgen für viel Helligkeit. Eine weitere interessante Neuentwicklung ist ein personalisierbarer Memory-Stick, der den individuellen Touch des Fahrers in den Wagen holt: Musik, Einstellungen und Innenambiente werden mit einem Klick seinen Vorlieben entsprechend verändert.

Ein Projekt von A bis Z(oé)
Mit der Konzeption und der Herstellung der bei Nacht wie ein Sternenhimmel leuchtenden Glaselemente sowie der Bedienelektronik betraute Renault die Elektronikabteilung von Bertrandt Frankreich. Die gesamte Entwicklung wurde durch das innovative Interieur bestimmt. Die Originalität des erarbeiteten Konzepts bereicherte dieses spannende Projekt, in das alle Beteiligten viele neue Ideen einbrachten.

Die Glaselemente bestehen aus einem Verbundglas, in das eine Polyesterfolie mit LED-Leuchten sowie vier Lagen farbiges PVB (Polyvinylbutyral) eingearbeitet sind. Dieses Verbundglas wird acht Stunden bei 130° C und einem Druck von 15 bar in einem Autoklav erhitzt. Bei diesem Vorgang verflüssigt sich das PVB und sorgt für einen homogenen Zusammenhalt der verschiedenen Elemente.

Die Komplexität dieses Verfahrens liegt darin, dass alle Elemente unter Grenzbedingungen hinsichtlich ihrer Einsetzbarkeit verwendet werden. Aus diesem Grunde waren die Entwicklung und die Beherrschung dieser Spitzentechnologie eine große Herausforderung.


Ein poetischer Touch aus der Renault-Designabteilung

Das Steuerungssystem ermöglicht die Kontrolle aller Parameter zum An- und Ausschalten der LED-Leuchten. Beide Glasflächen können unabhängig voneinander angesteuert und die zeitliche Verzögerung bis zum Erreichen der maximalen Lichtstärke individuell eingestellt bzw. über einen Ethernet-Anschluss im Fahrzeug konfiguriert werden.

Die von Bertrandt Frankreich entwickelte Software zur Kalibrierung des Systems ermöglicht die Anpassung der verschiedenen Parameter an die Umgebung. So können mehrere Konfigurationen vordefiniert werden, die dem Benutzer eine Auswahl verschiedener Beleuchtungs-Sequenzen eröffnen. Das System erlaubt darüber hinaus eine Interaktion zwischen dem Benutzer und dem Beleuchtungsambiente im Innenraum. So kann zum Beispiel eine Verknüpfung zwischen der Beleuchtungsintensität und der Fahrzeuggeschwindigkeit geschaffen oder die Beleuchtung der Glasflächen durch äußere Parameter automatisch aktiviert werden.

Zukunftsperspektiven

Die positive Reaktion der Medien bestärkte das Design-Team von Renault, sich mit der Entwicklung von transparenten Zuleitungen zu den LED-Leuchten zu beschäftigen. Die Ingenieure arbeiten derzeit an dieser Idee und es könnte durchaus sein, dass das Ergebnis ihrer Arbeit in einem der nächsten Concept-Cars von Renault zu sehen sein wird.