Interseat Protection im ESF 2009

Daimler AG macht Sicherheit erlebbar

Bertrandt unterstützt Interseat Protection im Innovationsträger ESF 2009

Das Experimental-Sicherheits-Fahrzeug ESF 2009 machte im Jahr der Sicherheitsjubiläen bei Mercedes-Benz Fortschritt erlebbar. Indem es wegweisende Innovationen auf dem Gebiet der Sicherheit zusammenfasst, zeigt das Forschungsfahrzeug bereits heute mögliche Technologien der Zukunft. Als langjähriger Entwicklungspartner der Daimler AG bewies sich auch Engineering-Dienstleister Bertrandt im ESF 2009: Das im Fond integrierte

Sicherheitssystem „Interseat Protection“ kann gegenseitige Kopf- und Schulterkollisionen der Insassen verhindern und bietet darüber hinaus einen Mehrwert als Komfortelement.

Gefragt: Interaktionsschutz
Mit dem ESF 2009 setzt die Daimler AG ein klares Zeichen für ihre Innovationskraft als Premiumhersteller. Das auf Basis eines Mercedes-Benz S 400 Hybrid aufgebaute Sicherheits-Experimental-Fahrzeug vereint mehr als ein Dutzend Sicherheitsinnovationen – das Gros von ihnen voll funktionsfähig. Für den Schutz der Insassen in der zweiten Sitzreihe war Bertrandt Entwicklungspartner eines neuartigen Schutzpolsters. Dieser Interaktionsschutz zur örtlichen Trennung der Fondinsassen sollte von Bertrandt konzipiert, entwickelt und als Modell in das Forschungsfahrzeug eingebaut werden.

Basis für die Entwicklung bildeten Ergebnisse der Mercedes-Benz-Unfallforschung. Auf Grundlage einer Thematikanalyse zeigten Kopf- und Brustbahnkurven, dass die Fahrzeuginsassen im Fond trotz Dreipunktgurt bei einem Seitenaufprall oder einem Überschlag durch einen möglichen Zusammenstoß mit dem Nachbarn verletzt werden können. Gefragt wurde eine schnell umsetzbare Lösung mit hohem Mehrwert für die Fondpassagiere.

Konzeption

Erste Entwürfe des neuen Sicherheitssystems lieferten die Technischen Produktdesigner im Ehninger Bertrandt Technikum schnell und kompetent. Hierbei wurden folgende Prämissen bei der Lösungsfindung berücksichtigt:

  • Um Kopf und Schulter abzustützen, sollte das Element stabil und feststehend sein.
  • Gleichzeitig musste die Lösung eine gewisse Variabilität aufweisen, um unterschiedlichen Körpergrößen gerecht zu werden.
  • Das Bauteil sollte eine abgerundete Form haben und in der Mitte der Sitzbank bzw. zwischen zwei Einzelsitzen positioniert werden.
  • Die Anmutung der sichtbaren Komponenten sollte sehr hochwertig sein.


Aus den vorgestellten Entwürfen wählte Daimler die passenden Geometrien aus. Neben einer ansprechenden Optik lag der Fokus aufgrund des hohen Sicherheitsanspruchs auf Funktionalität und Umsetzbarkeit.

Bevor die Konstruktionsdaten in Hardware umgesetzt wurden, simulierten die Bertrandt-Ingenieure alle Bewegungsabläufe des neuen Systems.

Entwicklung

Im weiteren Prozess konzentrierten sich die Bertrandt-Ingenieure nun auf ein Schutzpolster, das innerhalb der im Fahrzeug integrierten PRE-SAFE®-Funktionalität direkt in den Bauraum bzw. in die Durchlademöglichkeit oberhalb der klappbaren Armlehne integriert werden sollte. Im Falle eines vom System registrierten Seitenaufpralls kann dann das Gesamtsystem in Millisekunden ausfahren und seine Schutzfunktion entfalten. Der Clou daran: Die Schulter des Insassen wird durch das neu in den Bauraum integrierte Ablagefach gestützt, der Kopf durch die darüberliegenden ausfahrbaren Kopfstützen aufgefangen.

Um das Ablagefach und die oberhalb angebrachten Kopfstützen korrekt zu dimensionieren sowie Funktion und Machbarkeit sicherzustellen, simulierten die Bertrandt-Konstrukteure sorgfältig alle Bewegungsabläufe des neuen Systems mit dem CATIA-Kinematik-Programm. So entschieden sich die Spezialisten beispielsweise im Rahmen der Detailkonstruktion des Schutzpolsters für ein Viergelenkscharnier. Der Vorteil hierbei: Das Scharnier ist im Ruhezustand extrem flach, kann durch seine vier beweglichen Punkte im Ernstfall einen weiten Weg zurücklegen und bietet dabei eine sehr hohe Stabilität.

Im Entwicklungsprozess wurde ferner Wert darauf gelegt, dass Bertrandt die für den Aufbau des Modells benötigten Teile möglichst selbst herstellen kann. Lediglich der Elektromotor durfte ein Kaufteil sein. Die Einzelbauteilkonstruktion wurde jeweils mit den Verantwortlichen der Daimler AG geprüft und abgestimmt.

Modellbau

Der Aufbau und die Integration des Unikats in das Forschungsfahrzeug erfolgten im Modellbau. Für reibungslose Abläufe sorgte die Daimler AG mit einer zusätzlichen Sitzanlage, die im Bertrandt Technikum für die Modellbauer als Sitzbock zur Verfügung stand. Hier wurden die Teile der Ablagebox aus stabilem Kunststoff gefräst, die Mechanik aus Stahl gefertigt und das gesamte System beledert. Die Steuerkreisläufe und -platinen für einen im Ernstfall voll funktionsfähigen Ablau lieferte Bertrandt aus seinem Fachbereich Elektronik.

Im Ergebnis präsentiert sich das Schutzpolster nicht ausschließlich als innovatives Sicherheitssystem, sondern bietet als zusätzliches Feature zudem eine neuartige Komfortfunktion. Es ist so konzipiert, dass es manuell per Knopfdruck ausgefahren werden kann. So dient diese Kopf- und Schulterstütze zusätzlich für eine bequeme Schlafhaltung während einer langen Autofahrt im Fond.

Bereits heute in die Zukunft investieren

In nur vier Monaten entwickelte und integrierte Bertrandt das neue „Interseat Protection“ in das ESF 2009. Forschungsfahrzeuge wie der Kompetenzträger ESF 2009 zeigen, dass bereits frühzeitig in innovative Lösungen investiert werden muss, um später nachhaltige Lösungen in Serienreife auf den Markt zu bringen.

Bertrandt freut sich, als Partner der Daimler AG mit ganzheitlicher Entwicklungskompetenz zu einer zukunftsweisenden Lösung beigetragen zu haben.