Mercedes-Benz E-Klasse Coupé und Cabriolet

Vertraute Werte
Langjährige Zusammenarbeit und ein Vertrauensverhältnis auf beiden Seiten bildeten die Basis für die Mitarbeit des Bertrandt-Projektteams an der Entwicklung einer neuen Fahrzeuggeneration: dem Mercedes-Benz E-Klasse Coupé und dem erst kürzlich auf dem Markt vorgestellten Cabriolet. Von Juni 2004 bis Ende des Jahres 2009 waren Bertrandt-Teams von bis zu 15 Mitarbeitern im Einsatz, um die Daimler AG in verschiedensten Aufgaben zu unterstützen: von Rohbauumfängen über Türen- und Klappenentwicklung bis hin zur technischen Dokumentation und Toleranzmanagement.

Der Rohbau: Extrem belastbar

Fahrgastzelle und Seitenwand
Die raffinierte Kombination von Emotion und Effizienz interpretiert die beiden Glanzpunkte von Mercedes-Benz in neuen Facetten. Dynamisch und sportlich als konsequente Weiterentwicklung der Limousine stellen Coupé sowie Cabriolet eine neue Generation in der Ära der oberen Mittelklasse dar.

Ein Unterschied, der im Vergleich zur Limousine sofort ins Auge fällt, ist die „fehlende“ B-Säule. Bertrandt war hier an der Entwicklung eines Konzepts beteiligt, das bei Coupé und Cabriolet die benötigte Steifigkeit ohne durchgängige B-Säule gewährleistet.

Doch nicht nur dem Design, das Bertrandt durch die Arbeit an der unterbrochenen B-Säule mitgestaltete, galt das Interesse der Entwickler. Auch der Sicherheit wurde besonderer Wert beigemessen. Die Karosserie der Automobile wurde in Zusammenarbeit beider Teams optimiert. Coupé und Cabriolet verfügen beide über vier voneinander unabhängige Knautschzonen, sodass Kräfte großflächig verteilt und an der Fahrgastzelle vorbeigeführt werden können. Die Fahrgastzelle erweist sich hierbei sowohl beim Front- oder Heckaufprall als auch beim Seitencrash (oder Überschlag) als eine nahezu unverformbare Struktur.

Die Passagiere werden selbst bei hohen Aufprallgeschwindigkeiten im intakten Insassenraum geschützt. Hochfeste Stahlsorten und Bleche mit größerer Materialstärke spielen hier eine ebenso wichtige Rolle wie der Einbau zusätzlicher Träger. Bertrandt unterstützte die aufwendigen karosserietechnischen Maßnahmen, die die Verwindungssteifigkeit ohne die oberen B-Säulen in den beiden Mercedes-Benz-Größen garantieren. So zeichnen sich die einteiligen Seitenwände durch einzeln verschweißte Innenschalen aus, die für die hohe Festigkeit der Dachsäulen, des Dachrahmens und der seitlichen Längsträger sorgen. Tragende Bauteile wurden teilweise durch zusätzliche Blechverstärkungen ergänzt, wie zum Beispiel die A-, B- und C-Säule. Außerdem sind die A-Säulen mit Rohren aus hochfestem Stahl ausgestattet, die selbst Extrembelastungen wie dem Dachfalltest standhalten. Die hohe Verwindungssteifigkeit und der gezielte Leichtbau beider Modelle bilden gleichzeitig die perfekte Grundlage für eine hervorragende Fahrdynamik.

Türen und Klappen
Im Bereich Türen und Klappen war aufgrund bekannter Arbeitsabläufe und des auf beiden Seiten spezialisierten Fachwissens schnelles und effizientes Arbeiten auf höchstem Niveau möglich. Im Rahmen des Projekts unterstützten die Bertrandt-Teams die Umsetzung der für Coupé sowie Cabriolet identischen Türsysteme im Sinne des Gleichteilkonzepts. Aufgrund der bauartbedingten Unterschiede wurde eine zusätzliche Verstärkung der Seitentüren entwickelt, die das hohe Sicherheitsniveau des Coupés auch im Cabriolet ermöglicht. Auf diese Weise konnten die unterschiedlichen Crashlastpfade ausgeglichen werden.

Ein weiterer Projektumfang bildete die Mitarbeit an der aktiven Motorhaube. Zu dieser Innovation gehören drei Aufprallsensoren im Vorderwagen sowie spezielle, durch starke Federn vorgespannte und arretierte Motorhaubenscharniere. Beim Zusammenstoß mit einem Fußgänger melden die Sensoren den Aufprall an das elektronische Steuergerät, das sofort zwei Elektromagneten in den Scharnieren aktiviert. Sie lösen die Arretierung, sodass die Motorhaube mithilfe der Federkraft im hinteren Bereich um 50 mm nach oben gedrückt wird. Das Ganze dauert nur Bruchteile einer Sekunde. So wird zusätzlicher Verformungsraum geschaffen, um einen Aufprall abzufangen und dazu beizutragen, schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen zu vermeiden.

Eine weitere Besonderheit dieses Mercedes-Benz-Systems ist die reversible Mechanik. Der Autofahrer kann die aktive Motorhaube mit eigener Kraft zurückstellen.

Toleranzmanagement: Nachhaltige Entwicklungen
Im Rahmen des Toleranzmanagements entwickelten die Mitarbeiter beider Unternehmen eine generelle Vorgehensweise zur Toleranzsimulation. Die Nutzung ist auch für weitere Projekte geplant.

Der direkte Transfer: Besonderer Vertrauensbeweis
Die bereits während der Entwicklung der Mercedes-Benz S-Klasse eingerichtete Standleitung bildete die Basis für die Archivierung der Projektdaten in Smaragd, dem Dokumentationssystem der Daimler AG. Dieser direkte Transfer baut auf der langjährigen, guten Beziehung der Unternehmen auf und bietet eine sehr hohe Sicherheit.

Fazit
Mit dem Mercedes-Benz E-Klasse Coupé und Cabriolet entwickelte die Daimler AG eine Fahrzeuggeneration, die den hohen Standards der heutigen Zeit neue Maßstäbe setzt. Bertrandt freut sich, mit den verschiedenen Projektumfängen einen Beitrag an der neuen Erfolgsgeschichte geleistet haben zu dürfen.