Mercedes-Benz C-Klasse Sportcoupé

Außenformentwicklung
Bereits im Oktober 1996, also noch vor dem Designentscheid Exterieur, erhielt die Abteilung Außenform die erste Tastung von Mercedes-Benz. Von da an wurde parallel zum Design gearbeitet und die Außenform aufgebaut, die sich bis auf die Lufteinlassgitter der Motorhaube komplett von der Limousine unterschied. Nach mehreren Designänderungen, vornehmlich im Bereich des Heckspoilers, standen nach etwa 6 Monaten die Außenformdaten in allen Modifikationen fest.

Rohbau und B-Säule
Unsere Aufgabe im Bereich Rohbaukarosserie bestand in der Entwicklung des Dachs inklusive des Spiegels und Dachrahmens sowie der kompletten Seitenwand und der Heckstrukturen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Werkzeuglieferanten in einem sehr frühen Stadium konnten Synergieeffekte optimal genutzt werden. Zur Unterstützung der Teile-Zulieferer erarbeiteten wir etwa das Konzept für die Auflagenbereiche des Glasdachs, mit dem die rohbauseitige Vorgabe für die genaue Positionierung geschaffen wurde.

Auch mit der Entwicklung der B-Säule samt Zierrat wurden wir betraut. Auf dem Stand der Daten aus der Vorentwicklung sollte sie in die Seitenwandkonstruktion eingeflochten werden. Mehrere Optimierungen der Versteifungen und Übernahmeteile der Limousine führten nicht zuletzt zu nennenswerten Kostenersparnissen.

Interieur

Im Rahmen des Gesamtprojekts bearbeitete unser Team Interieur die Verkleidungsumfänge für die entsprechenden Zulieferer. Die Säulenverkleidungen konnten also zusammen mit dem Rohbau entwickelt und besondere Anforderungen bezüglich der Anbauteile und des Bauraums berücksichtigt werden. Im Interieur standen des weiteren die Himmel- und Dachvarianten sowie die seitliche Verkleidung der Hutablage auf dem Programm. Durch die enge Anbindung zum Rohbau konnten weitere Module gleich mitbetrachtet werden: beispielsweise die Anbindungspunkte, Haltegriffe, neue gesetzliche Sicherheitsvorschriften im Fahrzeuginnenraum und die Positionierung des damals brandneuen Windowbags. Auch im Interieur erfolgte der Einstieg über Konzepte von Mercedes-Benz Anfang 1997. Die Serienanlaufbetreuung für diesen Bereich lag bis März 2001 in der Hand von Bertrandt.

Funktionscubing
Auf Basis der von Mercedes-Benz gelieferten PTS-Daten wurde innerhalb von nur knapp 4 Monaten das Funktionscubing in mehreren Bauteilen gefräst. Anhand der Konstruktionsdaten wurden die Trennungen zwischen den einzelnen Teilen so gelegt, dass sie einfach und somit kostengünstig herzustellen und die Änderungsschleifen schneller durchzuführen waren. Dazu gehörte auch die Ausführung der verschiedenen Befestigungspunkte. Eine Besonderheit: Das Funktionscubing der austauschbaren Dächer wurde so ausgelegt, dass mit beiden Dachvarianten gleichzeitig gearbeitet werden konnte. Dies wurde zusätzlich durch die Darstellung der Original-Blechflansche aus gefrästem Aluminiumhalbzeug im Dachrahmenbereich möglich.