Audi Hungaria

Erfolgsfaktor Qualität

Lieferantenmanagement für Audi Hungaria Motor Kft.
Um eine nachhaltige Verbesserung der Zulieferqualität und damit des
Gesamtprodukts zu erreichen, unterstützt Bertrandt seine Kunden auch
international – und das mit messbarem Erfolg. Für Audi Hungaria Motor Kft. war
Bertrandt Altenburg gesetzter Partner, um im Rahmen des Lieferantenmanagements die angestrebte 0-Fehler-Strategie umzusetzen.

Premium verlangt nach 0-Fehler-Strategie
Ähnlich wie bei Gesamtfahrzeugentwicklungen wächst auch die Verantwortung von Lieferanten im Bereich Motoren. Das Spektrum reicht dabei von der verlängerten Werkbank bis hin zum Systemlieferanten mit Designverantwortung. Umso wesentlicher ist es für den Hersteller, seine Lieferanten bereits in die Entwicklungsphase einzubinden und später beim Serienanlauf zu unterstützen, aber auch während der Serie regelmäßig zu betreuen.

Speziell für Audi als Premium-Marke mit sportlichem Anspruch ist der Motor das Herzstück des Gesamtprodukts. Daher heißt die klare Zielsetzung: „0-Fehler“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss Audi genau dieselbe Leistung von seinen Lieferanten einfordern. Die Verwirklichung dieses Ziels konnte Bertrandt als Projektpartner mit Kapazität und Know-how unterstützen.

Prozess- und Produkt-Audits vorschalten
Um Verbesserungspotenziale und mögliche Handlungsfelder zu identifizieren, wurde eine Auswertung über die Zulieferqualität anhand des Qualitätssicherungs Teileverfolgungs-Systems (QTS) von Audi erstellt. Auf Basis dieser Daten konnte dann ein Kreis von Serienlieferanten definiert werden, die dem Qualitätsanspruch von Audi und seinen Kunden nicht vollständig gerecht wurden. Die Aufgabe von Bertrandt war es, deren Lieferperformance messbar zu verbessern. Dazu führte das Projektteam – aufgeteilt nach Fertigungstechnologien – eine Reihe von Prozessbegehungen auf Basis von Prozessaudits (VDA 6.3) und dem „Qualifizierungsprogramm Neuteile“ (QPN) durch. So konnten die Produktionsprozesse in der Tiefe analysiert und bewertet sowie Schwachstellen und Risiken aufgedeckt werden. Anhand dieser Bewertung definierte Bertrandt gemeinsam mit den Lieferanten entsprechende Verbesserungsmaßnahmen. Deren Umsetzung wurde in Folgebegehungen begleitet und ihre Wirksamkeit anhand regelmäßiger Datenabgleiche mit Audi sichergestellt.

Kontinuierliche Bewertung erhöht Lieferantenqualität
Um den Ist-Stand zum Projektstart sowie eine Verbesserung während der Projektlaufzeit ermitteln zu können, wurde eine Lieferantenbewertung geschaffen, die zwischen der gesamten Bandbreite der Beanstandungen unterscheidet. Besonders im Fokus standen dabei die in der späteren Phase der Wertschöpfungskette festgestellten – und damit besonders kostenintensiven – Fehler, da diese bereits interne Klienten oder Endkunden betreffen. Zusätzlich zu diesen objektiv messbaren Daten erfassten die Qualitätsexperten des Projektteams auch subjektive Faktoren wie Zusammenarbeit, Wirksamkeit von Maßnahmen oder Innovationsfähigkeit und integrierten diese in eine Lieferantennote.

Konkrete Zielstellung für Bertrandt war es, die „Parts per Million“ (ppm) über die Projektlaufzeit um 50 Prozent zu reduzieren und somit die Anzahl reklamierter Teile im gesamten Lieferantenkreis zu halbieren. Darüber hinaus sollte die durchschnittliche Lieferantenbewertung um eine ganze Einstufung verbessert werden.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Sieben Experten für Qualitätsmanagement arbeiteten gemeinsam mit Audi und den Lieferanten daran, die Qualität der anspruchsvollen Produkte weiter zu verbessern. Das gesetzte Ziel erreichten die Partner: Die Lieferantenbewertung wurde spürbar gesteigert.

Folgeauftrag bestätigt Projektauftrag
Das Projekt mit einer Laufzeit von neun Monaten wurde vom Standort Altenburg akquiriert, verantwortet und koordiniert. Das Projektteam bestand aus insgesamt sieben Qualitätsspezialisten von Bertrandt mit Erfahrungen im Prozess- und Produktaudit und in der jeweiligen Fertigungstechnologie sowie einer Reihe von Audi-Mitarbeitern der Abteilung QS Kaufteile G/GQ-3. Je Lieferant führte das Projektteam zwei bis drei Prozessbegehungen durch. Die daraus resultierenden Ergebnisse und definierten Maßnahmen wurden wöchentlich an Audi berichtet. Zudem informierten die Bertrandt-Mitarbeiter die Qualitätsleitung des Werkes sowie die Leitung Qualität Kaufteile monatlich über den Projektstatus. Auf dieser Basis wurde dann die Strategie für die Folgebesuche abgestimmt.

Bertrandt steuerte die Reportingtools bei – unter anderem ein Datenblatt zur Darstellung der Lieferantenperformance sowie ein Tool zur detaillierten Auswertung des Gesamtprojekts, das zur Jahresmitte 2007 erfolgreich abgeschlossen wurde. Aufgrund des messbaren und nachhaltigen Erfolgs wurde das Projekt Ende 2007 im Rahmen einer Folgebeauftragung fortgesetzt. Zielsetzung war dabei, während der sechsmonatigen Laufzeit präventive Qualitätsmaßnahmen zu bewerten und weiterzuentwickeln. Der Fokus lag nun auf Projektanläufen, Neulieferanten sowie funktionswichtigen Komponenten und kritischen Prozessen.

Audi Hungaria Motor Kft.
Im ungarischen Györ laufen jährlich rund zwei Millionen Aggregate für Audi und den VW-Konzern vom Band. Das Teilespektrum reicht von hochautomatisierten Großserien wie dem 1,6-Liter-Ottomotorbis zur Zehnzylinderfertigung.