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Renault/Nissan Dieselmotor |
Leistungsbeschleuniger
Bertrandt Frankreich an der Entwicklung des neuesten Dieselmotors von Renault/Nissan beteiligt
Zur
aktuellen Strategie von Renault zählt die Entwicklung innovativer
Motor-Getriebeeinheiten, die die Auflagen der Euro 4-Norm erfüllen. Ein
besonderes Lob gebührt der jüngsten Entwicklung des Motorenprogramms –
dem neuen Dieselmotor 2.0 dCi, an dem Bertrandt Frankreich beteiligt
war.
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Herausforderung: Leistungsfähigsten Dieselmotor unter Beachtung aller Umweltauflagen entwickeln
Federführend
bei der Konstruktion des neuen Dieselmotors war Renault. Der neue Motor
konkurriert mit den leistungsfähigsten Triebwerken auf dem Markt.
Bereits zum Start dieses anspruchsvollen Projektes im September 2002
wurde Bertrandt in die Entwicklung des gesamten Grundmotors oberhalb
der Zylinderkopfdichtung, des Einlasses und der Abgasanlage sowie in
die Dauerhaltbarkeitserprobung einbezogen. Besondere Beachtung galt
auch den umfangreichen Produktionsanforderungen und den
umweltrelevanten Erfordernissen.
Berücksichtigung der Produktionsanforderungen
Parallel
zur Entwicklung des 2.0 dCi wurde eine neue Montagelinie im Werk Cléon
(bei Rouen) in Betrieb genommen. Die prozessbegleitenden
Ansprechpartner wurden ab der Konzeptphase in die Entwicklung der
unterschiedlichen Teile einbezogen. So konnten alle spezifischen
Anforderungen frühzeitig beachtet werden. Bereits während der
Konstruktion berücksichtigte Bertrandt unter Einbeziehung der
Zulieferer alle Erfordernisse im Werk, wie beispielsweise Prozesse,
Service sowie Fahrzeug- und Motormontage. Hierbei galt es, das
eigentliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: eine Fertigung
sicherzustellen, die den Qualitätsansprüchen von Renault gerecht wird.
Umweltrelevante Erfordernisse
Die
Motor-Getriebeeinheit musste der Schadstoffnorm Euro 4 angepasst
werden. Dies sollte selbstverständlich nicht zu Lasten der
Leistungsfähigkeit gehen. Die Teams von Renault und Bertrandt
optimierten alle Komponenten, ohne die gesamte Technik zu
revolutionieren. So wurden Leistung und Drehmoment sowie der
Kraftstoffverbrauch deutlich verbessert. Der 2.0 dCi setzt also auf
bewährte Technik – ohne „Multi-Turbo“ oder gar Einspritzung mit immer
höherem Druck. |
Konstruktion
Im
Bereich Oberer Grundmotor und Einlass hat Renault Spitzenprodukte
gewählt, um das Beste aus seinem neuen Triebwerk zu holen. Zum Beispiel
gehört die Bosch-Einspritzung der dritten Generation an. Sie arbeitet
mit piezo-elektrischen 6-Löcher-Einspritzdüsen, die vier bis fünf
Einspritzungen pro Zyklus erlauben. Bei 3 000 U/Min. erfolgen zwei
Voreinspritzungen, die Haupteinspritzung und eine Nacheinspritzung. Die
beiden ersten Einspritzungen erwärmen den Brennraum. Hierdurch wird
eine schnelle Entzündung bei der Hauptspritzung erreicht, der
Geräuschpegel reduziert und gleichzeitig die Schadstoffemissionen
optimiert. Die Nacheinspritzung erlaubt eine fast vollständige
Nachverbrennung des Rußes. Der verbliebene Ruß wird vom Partikelfilter
mit periodischer Regenerierung aufgefangen. Neben den Verbesserungen
bei der Einspritzung erfolgt eine Reduzierung des
Verdichtungsverhältnisses (nun 15,7:1), wie dies bei allen neuen
Rampen-Einspritzmotoren der dritten Generation der Fall ist. So werden
die Verbrennungstemperatur und die NOx-Emissionen des Motors begrenzt.
Weiterhin arbeitete Bertrandt erfolgreich an der Anpassung der
Luftzufuhr mit, die ebenso wesentlich für die Leistung dieses
Aggregates ist.
Berechnung
Die Berechnung spielte
während des gesamten Projektverlaufs eine wichtige Rolle. Bertrandt
verantwortete die Berechung aller Baugruppen – Einspritzsystem,
Luftzufuhr etc. – und hat zusammen mit den Renault-Teams das AGR-System
(Rohr und Ventil) konzipiert. Im Bereich Auspuff wurden die
Berechnungen auch für die Vibrationen von Krümmer, Turbo und
Katalysator durchgeführt. Aktuell wird an der Weiterentwicklung der
neuen Versionen gearbeitet, speziell an Bauteilen wie Kurbelgehäuse,
Lagerdeckel und Zylinderkopf. Hier geht es darum, erforderliche
Veränderungen der Baustruktur, insbesondere im Zusammenhang mit neuen
Richtlinien zum Fußgängerschutz, frühzeitig zu berücksichtigen.
Erprobung
Die ersten Tests auf dem
Motorenprüfstand und anschließend in den Fahrzeugen dienten der
Konkretisierung von Konstruktion und Berechnung. Es folgte die weitere
Beobachtung und Analyse der Schwachstellen im Rahmen mehrerer
Freigabezyklen.
Bertrandt war für zahlreiche Komponenten im
Rahmen der Motorenabsicherung (Einlass, AGR, Abgasanlage)
verantwortlich. Aufgabe war nicht nur die tägliche Projektbetreuung,
sondern auch die komplette Analyse der Teile nach den Tests sowie die
Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen bei Fehlerquellen. Hier wurde
eng mit den Konstruktionsteams und den Zulieferern kooperiert.
Lieferantenmanagement
Die Zulieferer wurden in den Prozess
der Entwicklung und Realisierung des Motors einbezogen. Bei der
gesamten Verwaltung und technischen Dokumentation der einzelnen
Komponenten arbeiten die Teams von Bertrandt eng mit den Zulieferern
zusammen. Hierbei werden regelmäßig Meetings mit den
Einkaufsabteilungen organisiert, die Renault unterstehen –
insbesondere, um Abstimmungsprozesse und finale Bedürfnisse zu
bestimmen sowie finanzielle Aspekte zu klären. Die Koordination der
Zulieferer erfolgt noch bis zum Übergang des Projektes in die
Serienproduktion.
Projektmanagement:
Verantwortungsübernahme, Prozesssteuerung, Teamwork, Kommunikation
Im
Rahmen der Zusammenarbeit mit Renault ist der 2.0 dCi ein Beispiel für
Projekte, bei denen Bertrandt umfassende Verantwortung übertragen
wurde. Anders als beim rein technischen Support ist Bertrandt – in
gleichem Maße wie die Renault-Teams – verantwortlich für das
Gesamtprojekt und die Lieferung. Die Organisation wird monatlich von
einem Steering Committee vorgegeben. Im Projekt stimmte Bertrandt seine
Prozesse mit denen von Renault ab, um eine optimale Transparenz und
Vergleichbarkeit im Gesamtprojekt herzustellen.
Projektplanung
Um
den reibungslosen Ablauf des Projektes zu gewährleisten und die
Aktivitäten aller Beteiligten zu definieren, war eine exakte Planung
erforderlich. Alle Aufgaben im Rahmen der Konstruktion, technischen
Anforderungen, Teilebereitstellung sowie der Erprobung mittels
Prüfständen und im Fahrzeug wurden aufeinander abgestimmt. Das Ziel
war, alle Projektbeurteilungen bis zur endgültigen Produktionsfreigabe
erfolgreich zu bestehen.
Der 2.0 dCi und seine Zukunft
Der
2.0 dCi wird in Cléon gefertigt. Er soll in Kürze die Hälfte der
dortigen Produktion ausmachen und anschließend in mehrere Modelle von
Renault und Nissan eingebaut werden. Die Bertrandt-Teams stellen sich
derzeit hochmotiviert neuen Herausforderungen und arbeiten mit viel
Engagement an neuen Einsatzmöglichkeiten für dieses Aggregat. Aktuell
beteiligen sich 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entweder bei
Bertrandt in Bièvres und/oder direkt bei Renault in Rueil Malmaison am
laufenden Projekt.
Fazit: Leistungsbeschleuniger
Während
der vergangenen vier Jahre gemeinsamer Entwicklungsarbeit stellte sich
Bertrandt erfolgreich neuen technischen Herausforderungen – und zwar
als „Leistungsbeschleuniger“. Wir danken Renault für die Übertragung
der Projektverantwortung und das entgegengebrachte Vertrauen. |
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