Umweltgerechte Mobilität mit Erdgasantrieb
Im
Gegensatz zu erdgasbetriebenen Fahrzeugen seiner Klasse bietet der
Zafira CNG die Betriebsart »monovalent plus«, welche die Vorteile der
beiden Systeme mono- und bivalent vereint. Vier großvolumige Gastanks
ermöglichen eine Reichweite von 350 km im Erdgasbetrieb, zwischen den
Gastanks ist ein zusätzlicher Benzinreservetank installiert. Sein
Fassungsvermögen von 14 Litern ist so klein, dass der Zafira CNG als
monovalentes Fahrzeug gilt. Im Notfall reicht die Reserve-Reichweite
von ca. 150 km aus, um Versorgungslücken im Erdgas-Tankstellennetz zu
überbrücken.
Konzept
Das Problem der Unterbringung der Gasbehälter und ihrer Komponenten,
ohne den Laderaum zu beeinträchtigen, das sich bei der Umrüstung auf
Gasbetrieb immer stellt, wurde beim Zafira CNG – der allgemeinen
Tendenz folgend – mit einem Unterflurtank gelöst. Die gesamte
Tankanlage, die aus vier Gasflaschen und dem erwähnten Benzintank
besteht, wurde auf zwei separate Einheiten aufgeteilt: vor und hinter
der Hinterachse. Für zusätzlichen Schutz im Falle einer Kollision sind
beide Systeme in Sicherheitskäfigen aus hochfestem Spezial-Stahlrohr
montiert.
Projektabwicklung
Die von Bertrandt Rüsselsheim geleistete Projektarbeit startete im
November 2000 mit der Datenaufnahme von CNG-Komponenten wie der
Tankeinheit, deren Kunststoffabdeckungen und dem Rohrrahmen aus einem
fahrbereiten Prototypfahrzeug. Nach den Packageuntersuchungen von
Rohbau, Unterbodengruppe und Fahrwerk folgten die detaillierten
Einzelteilkonstruktionen der Abgasanlage und ihrer
Befestigungselemente, den Kraftstoffleitungssystemen,
Tankeinfüllstutzen sowie verschiedener Motorenteile.
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Als
zentrales Motorenbauteil zählte beispielsweise der
Flansch-Krümmer-Einlass. Er bildet die Verbindung zwischen Saugrohr und
Zylinderkopf, hier wird der Kraftstoff zugeführt. Beim Gasfahrzeug
musste daher das bereits existente Benzin- um das
Erdgas-Einspritzsystem ergänzt werden.
Die Integration der neuen Düsensitze erwies sich als
problematisch, weil deren Sollposition mit einem vorhandenen
Wasserkanal kollidierte, der Kanal musste daher umpositioniert werden.
Während bei den ersten Prototypteile der Gusskanal entfiel, um das
Kühlmedium mit einem Gewebeschlauch umzuleiten, musste diese Lösung für
die Serie aus Packagegründen modifiziert werden. Es erfolgte eine
erneute Integration des Wasserkanals in das Gussteil an einer anderen
Position. In diesem Zuge mussten auch die Anbindungen der übrigen
Anschlüsse und Durchbrüche überarbeitet werden. Die Konstruktion des
neuen Gussteils musste eine spanende Bearbeitung mit denselben
Maschinen ermöglichen, die bereits für die Serienteile des
benzinbetriebenen Fahrzeugs eingesetzt wurden.
Die Begutachtung der gefertigten Einzelteile erstreckte sich
hauptsächlich auf die Maßhaltigkeit und Funktionsprüfung am
Prototypfahrzeug. Neben den konstruktiven Aufgaben betreuten wir auch
die Datenverwaltung und den abschließenden Freigabeprozess aller
Einzelteile.
Die Konstruktion wurde über die gesamte Projektdauer bis zum
Start der Produktion im Januar 2002 mit einem kompletten Team
durchgeführt. Das Nachfolgeprojekt Astra CNG zeigt, dass wir im
zukunftsträchtigen Marktsegment der alternativen Antriebe Know-how
aufgebaut haben, das wir zum Nutzen seines Kunden optimal einsetzen. |
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