Mercedes-Benz CL Coupé 1995
Technologieträger mit eleganten Kurven

ref_mbclcoupe_01 Dieses anspruchsvolle Projekt, das 1995 an einige Teams von Bertrandt Sindelfingen vergeben wurde, umfasste die komplette Entwicklung der Außenbeplankung, die Konstruktionsbetreuung im Rohbau, die Modifikation von Komponenten der S-Klasse-Limousine im Bereich Vorbau und Boden und die Erarbeitung des Zusammenbaus von Dach und Hinterkotflügel bis zum PTS. In den Bereich Vorbau fiel zusätzlich die Lieferantenbetreuung bei der Entwicklung des Frontmoduls. Die Class-A Außenhaut-Daten wandelte das Prototypenzentrum Tamm in greifbare Formen um – es erhielt den Zuschlag für die Erstellung des 1:1-Datenkontrollmodells.


Auf Basis der von DaimlerChrysler zur Verfügung gestellten Abtastung wurden die gesamten Außenformdaten erstellt. Die Grundflächen wurden über das CAD-System Syrko aufgebaut, Ausrundungen, Fugen und Flansche wurden an- und eingefügt. Das Ziel war ein Prototyp-Oberflächendatensatz, der sicherstellte, dass das erste Datenkontrollmodell annähernd Serienqualität erreicht.

Parallel zur Außenformentwicklung ging die Konstruktion an den Start. Auf Basis der Daten der S-Klasse und vorläufiger Oberflächendaten aus der Abteilung Außenform konnten sehr früh erste Untersuchungen vorgenommen und Geometrien aufgebaut werden. Bereits jetzt mussten die unterschiedlichen zum Einsatz kommenden Materialien, und deren Eigenschaften berücksichtigt werden. Zahlreiche Komponenten der Rohbaukarosserie sind im Vergleich zu den Vorgängercoupés völlig neu konzipiert, um einen Beitrag zur Senkung des Fahrzeuggewichts zu leisten, ohne Abstriche an der aktiven und passiven Sicherheit und am Fahrkomfort hinnehmen zu müssen. Für alle Baugruppen und -teile der Rohbaukarosserie wurde der hinsichtlich Gewicht, Beanspruchungskollektiv, Oberflächenqualität und Fertigung geeignetste Werkstoff gewählt.

Aus den Außenformdaten von Front, Heck, Dach und Stoßfängern wurde mit unserer 5-Achs-HSC-Fräsmaschine der Prototyp erstellt. Die gefrästen Modelle wurden anschließend lackiert und zusammengebaut. Das Ergebnis war dermaßen eindrucksvoll, dass die DaimlerChrysler-Verantwortlichen beschlossen, die aus dem modifizierten Fahrzeugdesign resultierenden Änderungen in die vorhandenen DKM-Daten einzuarbeiten – etwa Korrekturen an der Motorhaube, der Seitenwand und den Stoßfängern. Nach der Übergabe des DKM-Serienstands und der Endabnahme des Außencubings konnte die Konstruktion in die Vollen gehen und die Entwicklung an die verabschiedete Außenform anpassen. Nach einer Gesamtprojektdauer von 18 Monaten konnten wir die Konstruktionsdaten übergeben.
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