Komplettentwicklung Sonderfahrzeugaufbauten
Die Nische lebt: Binz Komplettentwicklung Sonderfahrzeugaufbauten


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»Das Produkt soll maximal gut werden.« So hat es Gerhard Kurr, Geschäftsführer der Firma Binz in Lorch, beim Startgespräch zur Entwicklung der aktuellen Modellpalette der neuen Krankentransport- und Bestattungswagen formuliert. Dieses Motto folgt der Arbeitsideologie von Bertrandt und bildet die Grundlage für die langjährige Zusammenarbeit der Firma Binz mit dem Technikum in Ehningen.

ref_binz_02Überzeugender Imagewechsel
Im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit arbeiten die Teams bei Binz und Bertrandt schon frühzeitig zusammen. So entstand bereits während der Konzeptionsphase eine konstruktive Kommunikation zwischen Technik und Vertrieb bei Binz. Zugleich konnten durch die ganzheitliche Betrachtung des Designbereiches bei Bertrandt in wenigen Wochen Form und Konzept abgesichert werden. Dem Designer gelang es, jedem Fahrzeugtyp eine Eigenständigkeit zu verleihen und gleichzeitig den Familiencharakter der Binz-Produktpalette zu definieren. Der Imagewechsel einer E-Klasse-Limousine hin zu einer extravaganten, sechs Meter langen Stretch-Limousine wie auch vom T-Modell der E-Klasse hin zu Kranken- und Bestattungswagen wurden überzeugend vollzogen.

Hoher Innovationsgrad durch »Integrated Frame Technologie«
Da bei den in relativ kleinen Stückzahlen verkauften Sonderfahrzeugen ein gutes Verhältnis von Leergewicht und Zuladung eine große Rolle spielt, hat sich Binz mit dem Modellwechsel für eine Aufbautechnologie in Glasfasersandwich-Bauweise entschlossen. Die damit verbundenen neuen Herstellverfahren, Füge- und Fertigungstechniken wurden gemeinsam definiert und bei jedem neuen Fahrzeug angepasst und weiterentwickelt. Nachdem die Grundanforderungen für die jeweiligen Fahrzeuge ermittelt waren, wurden das Festigkeits- und das Aufbaukonzept als neue »Integrated Frame Technologie« entwickelt. Die Bauteile besitzen in Punkto Form, Funktion, Montage und Gewicht einen hohen Innovationsgrad. Teilweise kann aufgrund des Fügekonzeptes und optimierten Bauteiltrennungen auf Montagevorrichtungen verzichtet werden. Die Konstruktionsanforderungen an solch hoch integrierte Bauteile sind anspruchsvoll, da diese sowohl die Außenhautflächen als auch gleichzeitig die Interieurflächen abbilden müssen.
 
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Die Entwicklung der verschiedenen Fahrzeuge hat sich als komplex herausgestellt. Aufbauprinzip und Fertigungstechnologien wurden jeweils prinzipiell beibehalten. Die konstruktive Ausarbeitung der Fahrzeuge weicht aufgrund der funktionalen und formalen Unterschiede jedoch teilweise erheblich von einander ab. Vor dem Hintergrund eines engen Kosten- und Zeitrahmens war die Faszination für alle Beteiligten sehr hoch. Es gelang, in den drei Fahrzeugprojekten eine kontinuierliche Prozessverbesserung zu erzielen. Bei allen beteiligten Firmen kristallisierten sich die Aufgaben und Rollenverteilungen zu einem Optimum aus, was zu einer hohen Projekteffizienz führte.

ref_binz_03Messemodell und Marketing
Für die Fachmesse »Funéraire 2003« in Paris erstellte das Modellbau-Team in Ehningen ein 1:6 Modell des H211/4 Bestattungswagens. Zu diesem Anlass wurde Bertrandt für Binz auch im Bereich Marketing tätig. Die Leistungen umfassten die Gestaltung von Werbematerialien, grafische Darstellungen und einen Präsentationsvortrag in England.
 
Zusammenfassung
Die Binz-Produkte sind die derzeit ersten Fahrzeuge ihrer Art, die analog zu einem Großserienfahrzeug ausschließlich am Computer entwickelt und gestaltet wurden. Festigkeitstest auf dem Hydropuls von DaimlerChrysler brachten hervorragende Ergebnisse der Binz-Konstruktionen hervor. Die ganzheitliche Herangehensweise und die konsequente Verfolgung einer Produktphilosophie für Binz ermöglichten ein spektakuläres Come-back im Bestattungswagensektor. Auch der Krankenwagen wurde sofort von Kunden und Fachkreisen akzeptiert. Form und Konstruktion konnten gegenüber Mitbewerbern überzeugen. Die Akzeptanz seitens der Endkonsumenten und den Erfolg für Binz wertet Bertrandt als hohe Anerkennung. Dies ist für alle am Projekt beteiligten Mitarbeiter Grund, stolz auf die erbrachten Leistungen zu sein.