Für alle Sinne
Der Audi TT eroberte als Roadster und Coupé bereits in erster
Generation die Herzen der Automobilenthusiasten und avancierte früh zur
Design-Ikone mit Kultstatus. Die zweite Generation steht der ersten in
nichts nach. So wurde beispielsweise das Coupé von Lesern einiger
Automagazine bereits zum „schönsten Auto der Welt“ sowie zum
„beliebtesten Auto Deutschlands“ gekürt. Gab es einen besonderen
Anspruch bei der Entwicklung der neuen Generation? Der TT-Nachfolger
musste auf den ersten Blick als TT zu erkennen sein. Gleichzeitig
sollte das Auto moderner und erwachsener wirken. Evolution statt
Revolution, das war die Maxime. Bertrandt Neckarsulm begleitete
verschiedene Rohbau- und Interieurumfänge von der Konzeptphase bis zur
Markteinführung.
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 Audi TT Roadster-Kofferraum, dessen Strak Bertrandt Neckarsulm in Eigenleistung entwickelte.

Bearbeitete Interieurumfänge
des Audi TT Coupé Kofferraums.
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Vom Konzept bis zur Serie
Ob bei den Klappen, dem Exterieur oder Interieur – im TT-Projekt galt
es für Bertrandt Neckarsulm, hohe Schnittstellenkompetenz über
verschiedenste Entwicklungs-Zeiträume aufzuzeigen. Der Auftrag bestand
in der Ausarbeitung der Frontklappen, Kotflügel und den Kofferräumen
für Coupé und Roadster sowie umfassender Verkleidungsteile im Interieur
– von der Konzeptphase bis zur Serienreife. Ferner betreute Bertrandt
die Konzeptphase der Stoßfängerentwicklung. Besonders gefordert waren
die Konstrukteure beim Kofferraum-Strak für den Audi TT Roadster, der
in Eigenleistung entwickelt und mit dem Audi-Interieurdesign abgestimmt
wurde.
Eine weitere Herausforderung bestand in
der fertigungsgerechten Konstruktion, da sich das Bauteilspektrum sehr
vielfältig darstellt. Ob Spritzguss in Verbindung mit Gasinnendruck,
kaschierte Faserverbund- oder Leichtbauwerkstoffe, Blechumform- und
Fügeverfahren – jedes Herstellungsverfahren verlangt nach
unterschiedlichsten Parametern. Gemeinsam mit den Audi-Fachabteilungen
und Systemlieferanten wurden alle Aufgaben nach aktuellstem Stand der
Technik gelöst.
Vervollständigt wurde das Leistungspaket durch die Konstruktions-FMEA,
die Bertrandt Neckarsulm gemeinsam mit den nominierten
Systemlieferanten begleitete. Unterstützend fertigten die Neckarsulmer
verschiedenste Prototypenteile und wirkten über die Abteilung
Entwicklungsbegleitende Dienstleistungen beim Serienanlauf in Györ mit.
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Herausforderung Carry-Over-Parts
Der im VW-Konzern
verankerte COP-Gedanke (Carry-Over-Parts) wurde im gesamten Projekt
gelebt. Da beide Fahrzeuge nur bedingt identisch sind, lag also ein
besonderes Augenmerk auf der Untersuchung und konsequenten Umsetzung
des Gleichteilgedankens. Lösungen zu generieren, um bestehende
Teiledifferenzen weitestgehend zu minimieren oder über gesteuerte
Fertigungsverfahren aufzufangen, stand im Vordergrund. Ziel hierbei war
es, eine möglichst optimale Kostensituation bzw. Teilelogistik zu
ermöglichen. Dies setzte Bertrandt im Interieurbereich bei der
Entwicklung der Kofferräume, Werkzeugbox sowie unteren Säulen- und
Schwellerverkleidungen sowohl für Coupé als auch Roadster um. Darüber
hinaus berücksichtigten die Ingenieure und Techniker verschiedene
Rohbauvarianten und beim Roadster unterschiedliche Verdeckvarianten.
Länderspezifische Besonderheiten waren ebenso zu beachten – wie zum
Beispiel eine spezielle Werkzeugboxvariante für die USA, um den
vorgeschriebenen Aktivkohlefilter verbauen zu können oder eine
Vorbereitung für die Anbringung einer Rauchkerze an der unteren
Säulenverkleidung für den japanischen Markt, die die Funktion eines
Warndreiecks einnimmt.
Durchdachte Projektstruktur
Aufgrund der vielseitigen
Aufgabenstellungen waren innerhalb des Entwicklungszeitraums bis zu
vier Projektteams in verschiedenen Entwicklungsphasen im Einsatz. Eine
optimale und reibungslose Kommunikation im Projekt stellten regelmäßige
Abstimmrunden zwischen den einzelnen Teams, Fachabteilungen und
Systemlieferanten jederzeit sicher. Besonders im Fokus stand – neben
der Kommunikation mit dem Kunden und den Bertrandt-Projektteams
untereinander – die einheitliche Dokumentation über den gesamten
Bearbeitungszeitraum. Dieses Vorgehen ermöglichte es, den
Projektfortschritt in jeder Phase konsequent darzustellen. Auch
niederlassungsübergreifend arbeiteten die Bertrandt-Teams zusammen,
speziell im Bereich der Frontklappenentwicklung, bei der die
Anforderungen für den Fußgängerschutz zu berücksichtigen waren. Durch
die Flexibilität und das Knowhow aller am Projekt beteiligten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte Bertrandt Neckarsulm jederzeit
auf die individuellen Wünsche der AUDI AG eingehen. Im Ergebnis fährt
mit dem Audi TT ein Fahrzeug auf den Straßen, das mit Recht die Lust
und Freude am Außergewöhnlichen demonstriert.
Oliver Keicher, Neckarsulm
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