Der neue Audi TT
ref_auditt_01.jpgFür alle Sinne
Der Audi TT eroberte als Roadster und Coupé bereits in erster Generation die Herzen der Automobilenthusiasten und avancierte früh zur Design-Ikone mit Kultstatus. Die zweite Generation steht der ersten in nichts nach. So wurde beispielsweise das Coupé von Lesern einiger Automagazine bereits zum „schönsten Auto der Welt“ sowie zum „beliebtesten Auto Deutschlands“ gekürt. Gab es einen besonderen Anspruch bei der Entwicklung der neuen Generation? Der TT-Nachfolger musste auf den ersten Blick als TT zu erkennen sein. Gleichzeitig sollte das Auto moderner und erwachsener wirken. Evolution statt Revolution, das war die Maxime. Bertrandt Neckarsulm begleitete verschiedene Rohbau- und Interieurumfänge von der Konzeptphase bis zur Markteinführung.

ref_auditt_02.jpg Audi TT Roadster-Kofferraum, dessen Strak Bertrandt Neckarsulm in Eigenleistung entwickelte.

ref_auditt_03.jpg Bearbeitete Interieurumfänge
des Audi TT Coupé Kofferraums.

Vom Konzept bis zur Serie
Ob bei den Klappen, dem Exterieur oder Interieur – im TT-Projekt galt es für Bertrandt Neckarsulm, hohe Schnittstellenkompetenz über verschiedenste Entwicklungs-Zeiträume aufzuzeigen. Der Auftrag bestand in der Ausarbeitung der Frontklappen, Kotflügel und den Kofferräumen für Coupé und Roadster sowie umfassender Verkleidungsteile im Interieur – von der Konzeptphase bis zur Serienreife. Ferner betreute Bertrandt die Konzeptphase der Stoßfängerentwicklung. Besonders gefordert waren die Konstrukteure beim Kofferraum-Strak für den Audi TT Roadster, der in Eigenleistung entwickelt und mit dem Audi-Interieurdesign abgestimmt wurde.


Eine weitere Herausforderung bestand in der fertigungsgerechten Konstruktion, da sich das Bauteilspektrum sehr vielfältig darstellt. Ob Spritzguss in Verbindung mit Gasinnendruck, kaschierte Faserverbund- oder Leichtbauwerkstoffe, Blechumform- und Fügeverfahren – jedes Herstellungsverfahren verlangt nach unterschiedlichsten Parametern. Gemeinsam mit den Audi-Fachabteilungen und Systemlieferanten wurden alle Aufgaben nach aktuellstem Stand der Technik gelöst.


Vervollständigt wurde das Leistungspaket durch die Konstruktions-FMEA, die Bertrandt Neckarsulm gemeinsam mit den nominierten Systemlieferanten begleitete. Unterstützend fertigten die Neckarsulmer verschiedenste Prototypenteile und wirkten über die Abteilung Entwicklungsbegleitende Dienstleistungen beim Serienanlauf in Györ mit. 

Herausforderung Carry-Over-Parts
Der im VW-Konzern verankerte COP-Gedanke (Carry-Over-Parts) wurde im gesamten Projekt gelebt. Da beide Fahrzeuge nur bedingt identisch sind, lag also ein besonderes Augenmerk auf der Untersuchung und konsequenten Umsetzung des Gleichteilgedankens. Lösungen zu generieren, um bestehende Teiledifferenzen weitestgehend zu minimieren oder über gesteuerte Fertigungsverfahren aufzufangen, stand im Vordergrund. Ziel hierbei war es, eine möglichst optimale Kostensituation bzw. Teilelogistik zu ermöglichen. Dies setzte Bertrandt im Interieurbereich bei der Entwicklung der Kofferräume, Werkzeugbox sowie unteren Säulen- und Schwellerverkleidungen sowohl für Coupé als auch Roadster um. Darüber hinaus berücksichtigten die Ingenieure und Techniker verschiedene Rohbauvarianten und beim Roadster unterschiedliche Verdeckvarianten. Länderspezifische Besonderheiten waren ebenso zu beachten – wie zum Beispiel eine spezielle Werkzeugboxvariante für die USA, um den vorgeschriebenen Aktivkohlefilter verbauen zu können oder eine Vorbereitung für die Anbringung einer Rauchkerze an der unteren Säulenverkleidung für den japanischen Markt, die die Funktion eines Warndreiecks einnimmt.

ref_auditt_04.jpgDurchdachte Projektstruktur
Aufgrund der vielseitigen Aufgabenstellungen waren innerhalb des Entwicklungszeitraums bis zu vier Projektteams in verschiedenen Entwicklungsphasen im Einsatz. Eine optimale und reibungslose Kommunikation im Projekt stellten regelmäßige Abstimmrunden zwischen den einzelnen Teams, Fachabteilungen und Systemlieferanten jederzeit sicher. Besonders im Fokus stand – neben der Kommunikation mit dem Kunden und den Bertrandt-Projektteams untereinander – die einheitliche Dokumentation über den gesamten Bearbeitungszeitraum. Dieses Vorgehen ermöglichte es, den Projektfortschritt in jeder Phase konsequent darzustellen. Auch niederlassungsübergreifend arbeiteten die Bertrandt-Teams zusammen, speziell im Bereich der Frontklappenentwicklung, bei der die Anforderungen für den Fußgängerschutz zu berücksichtigen waren. Durch die Flexibilität und das Knowhow aller am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte Bertrandt Neckarsulm jederzeit auf die individuellen Wünsche der AUDI AG eingehen. Im Ergebnis fährt mit dem Audi TT ein Fahrzeug auf den Straßen, das mit Recht die Lust und Freude am Außergewöhnlichen demonstriert.


Oliver Keicher, Neckarsulm