Entwicklungsleistungen für Behördenfahrzeuge
Im
Frühjahr 2003 beauftragte BMW die Bertrandt Niederlassung München mit
der Entwicklung von Behördenfahrzeugen. Die Basis bildeten die 3er
Limousine und der 3er Touring. Erstmals hat BMW hierfür
Elektrik/Elektronik- und Konstruktions-Umfänge komplett an einen
externen Partner vergeben. Ein Serieneinsatz der Fahrzeuge war für
September 2005 geplant.
Integration behörden- spezifischer Sondereinbauten
Der
Leistungsumfang für die Integration von spezifischen
Zusatzeinrichtungen erstreckt sich von diversen elektrischen und
elektronischen Komponenten, Kabelbaummodulen und Bordnetzanpassungen
über die Konstruktion der erforderlichen Halter und Aufnahmen im
Interieur und Exterieur bis hin zur Prototypenerstellung und deren
Einbau in die Musterbaufahrzeuge. Als Ziele waren „Einbau am
Serienband“ sowie „Leichte und kostengünstige Rückrüstbarkeit der
Leasingfahrzeuge“ vorgegeben. Darüber hinaus mussten spezielle
Anforderungen in der Entwicklung berücksichtigt werden. So dürfen
beispielsweise in zivilen Polizeifahrzeugen Sondereinbauten von außen
nicht sichtbar sein und werden in die Innenraumausstattung integriert.
Ab Projektstart arbeitete ein Bertrandt-Entwicklungsteam zunächst in
enger Abstimmung mit den BMW-Fachabteilungen die Konzepte aus. Hierfür
wurde für das Team bei Bertrandt ein Projektbüro eingerichtet, um eine
vernetzte und effiziente Projektbearbeitung zu gewährleisten. Kurze
Wege zur direkten Abstimmung zwischen Konstruktion (CAD) und Elektrik
waren somit geschaffen.
Die Integration der elektrischen
Komponenten wie zum Beispiel Funk, Dachaufbau mit Sondersignalanlage,
Lautsprecher, Front- und Heckblitzer sowie eine zusätzliche
Stromversorgung mit Sicherungskonzept erforderten eine Erweiterung des
Serien-Kabelbaumes. Die spezifischen Module für den Karosserie- und
Audio-Kabelbaum wurden in dem Tool „Grivad“ entwickelt. In enger
Zusammenarbeit mit den Lieferanten der spezifischen Behördenteile und
des Kabelbaums erfolgte die Vorbereitung der Freigabe für die Steuerung
der Module zur Serienfertigung am Band.
Von der Prototypherstellung zur Kleinserienfertigung
Nach
der Detailkonstruktion der Konzepte wurden die Prototypteile zur
Halterung der Sondereinbauten hergestellt. Mit diesen Teilen konnte die
Verbaubarkeit an Musterbaufahrzeugen am Band geprüft werden. Für die
Herstellung der Funktionsprototypen kamen verschiedenste
Fertigungsverfahren zum Einsatz – von der Blechbearbeitung über die
Erstellung von PU-Abgüssen bis hin zum Kaschieren der Kunststoffteile.
Die einsatzspezifischen Sondereinbauten von verschiedenen Zulieferern
wurden soweit modifiziert, dass eine reibungslose Endmontage der
Komponenten am Band möglich ist. Nach Optimierungsschleifen im
Musterbau wurden die endgültigen Konzepte – und damit der „endgültige“
Serienstand – festgelegt. Dieser wurde anschließend mit Serienprozessen
in der Vorserie und Anlaufproduktion verifiziert.
Entwicklung eines Schaltzentrums
Parallel
zu der Integration der Sondereinbauten erfolgte die Entwicklung eines
Schaltzentrums für die Bedienelemente der
Behörden-Sonderaustrüstungen. Das Schaltzentrum gibt es in zwei
unterschiedlichen Ausführungen mit sechs oder zwölf Tasten.
Kernstück
des Schaltzentrums ist eine Prozessorplatine. Diese liest Informationen
vom Fahrzeug ein und schaltet in Korrelation mit den Tasterzuständen
die jeweiligen Ausgänge für die Sondersignalanlage oder den
spezifischen Einbauten. Für den Einsatz des Schaltzentrums musste die
Prüfung zur Erfüllung der EMV-Vorgaben (EMV=Elektromagnetische
Verträglichkeit) durchgeführt werden.
Bereits seit September
2005 erfolgen bei Bertrandt die Vormontage der Elektrik-Komponenten und
die Integration in die Hardware-Bauteile, die als Teilesätze an das
Band geliefert werden. Das Bertrandt-Team freut sich mit BMW über den
guten Serienanlauf und das positive Feedback von den
BMW-Fachabteilungen für die gute Zusammenarbeit.
Hintergrund
Die Automobilhersteller
werden dem Trend zum Fahrzeugleasing auch im Bereich von
Einsatzfahrzeugen gerecht. Sie entwickeln Konzepte, die es ermöglichen,
die Fahrzeuge nach einer befristeten Einsatzdauer auf einen regulären
Serienzustand zurückzurüsten. „Zivil“ umgerüstet können sie wieder in
den regulären Markt eingeführt werden. Engineering-Dienstleister wie
die Bertrandt AG stellen sich auf diese neue Anforderung ein und bieten
das komplette Leistungsspektrum für die Entwicklung von
Sonderausrüstungen für Einsatzfahrzeuge an.