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Bertrandt Competence Electronic-Project |
Universelle Steuergeräteplattform für durchgängige Lösungen
Sie
suchen eine intelligente, durchgehende Lösung für die Entwicklung Ihres
Steuergeräts? Sie beabsichtigen, Ihren Entwicklungsprozess durchgängig
zu gestalten und zu optimieren? Sie wollen Ihre Kosten deutlich senken?
Diese Fragen kennzeichnen den aktuellen Status vieler Entwicklungen von
Steuergeräten. Auf dem Markt existieren hierzu eine Vielzahl von
heterogenen, nicht aufeinander abgestimmte Soft- und
Hardwareentwicklungsumgebungen.
Eine
Durchgängigkeit innerhalb der Toolkette und des Workflows ist aufgrund
der vielen unterschiedlichen und teilweise sehr komplexen Steuergeräte
sowie der in der Vergangenheit verwendeten Entwicklungs- und
Lösungsprozesse nicht gewährleistet. Aufgrund dieser Situation hat
Bertrandt niederlassungsübergreifend einen Lösungsansatz gefunden und
in den letzten Monaten im Projekt »BCE: Bertrandt Competence
Electronic« erfolgreich umgesetzt.
Virtuelle Entwicklung von Steuergeräte-Software
Das BCE
stellt eine Steuergeräteplattform dar, die flexibel mit individueller
Software bestückt werden kann. Der diesbezügliche
Softwareentwicklungsprozess basiert auf dem virtuellen Ansatz nach dem
V-Modell. Die Toolkette erstreckt sich vom Requirement Management mit
DOORS bis hin zur Modellierung und Simulation der Funktionen mit
Matlab/Simulink/Stateflow. Eine Strukturierung der Modelle sieht eine
Abstraktionsschicht (»HAL«) vor, in der alle hardware- und
systemabhängigen Aufrufe und Funktionen gekapselt werden. Die Anbindung
von weiteren, im Fahrzeugtest etablierten Werkzeugen ermöglicht bereits
in der Simulation die Validierung und Verifikation aller Funktionen
einschließlich der CAN-Kommunikation unter Echtzeit. Dieses
»Frontloading« ermöglicht die Fehlerbeseitigung zu einem wesentlich
früheren Zeitpunkt, wodurch eine große Zeit- und Kostenersparnis
erreicht wird. Die dabei geschaffene Testumgebung kann in der
Entwicklungskette durchgängig weiter verwendet werden. Per
Autocodegenerierung wird aus den Modellen Software generiert, die auf
der BCE-Hardware ablauffähig ist.

Systemsoftware
Die Software der Systemtreiber des BCE ist zu einem maximalen Grad
wieder verwendbar. Um diesen Wiederverwertungsgrad zu erreichen, sind
Systemaufgaben über definierte Schnittstellen, sowohl auf hardwarenahe
als auch auf Applikationsmodule, aufgeteilt worden. Die einzelnen
Systemsoftwaremodule sind gekapselt, hoch spezialisiert auf ihre
Aufgabe und klein in der Größe. Durch die Portierbarkeit dieser
Standardkomponenten von Projekt zu Projekt ist die Entwicklungszeit
optimal verkürzt worden. Der Einsatz von strukturierten Editoren
gestaltet das Modulkonzept klar und übersichtlich. Um dem Steuergerät
eine (Rest-) Fahrzeugumgebung zur Verfügung zu stellen, sind alle
notwendigen Parameter berechnet, wie auch alle Tools zur
CAN-Bus-Analyse vorbereitet worden. Eine Diagnose des Steuergeräts via
Transport-Protokoll ist ebenfalls möglich. Alle Entwicklungsschritte
sind an Prozessmodelle angelehnt.
Hardware
Die BCE-Hardware stellt von Bertrandt-Seite kein
Serienprodukt vor. Sie ist eine Plattform für den virtuellen
Entwicklungsprozess, die sehr schnell und kostengünstig spezifische
Funktionen für Serienentwicklungen ohne Rapid-Prototyping-Hardware
darstellen kann. Anwendungen dieser Plattform sind in Nischenbereichen
wie Sonderfahrzeugen, Baureihenergänzungen oder Nachrüstlösungen in
erster Linie im Body-Elektronik-Bereich zu sehen. Die Basis-Hardware
verfügt über einen ST10-Controller (16-Bit), eine Vielzahl von analogen
und digitalen I/Os, High-Speed- und Low-Speed-CAN sowie
LIN-Schnittstelle. Circa 20 Prozent der Hardware sind projekt- bzw.
kundenspezifisch leicht zu überarbeiten. Bertrandt verfügt über einen
Prototyp, der in der Entwicklungszeit für die Evaluierung der Software
vielfältig eingesetzt werden kann. Aufgrund der Seriennähe lassen sich
parallel zur Softwareentwicklung bereits die Serien-Hardwarelösungen
entwickeln und bauen. |

BCE-Steuergerät
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Bedienpanelträger und Platine
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Schultersensoren des Ergoseat, montiert und verlabelt
– auch hier ist die Elektronikabteilung aktiv. |
Darstellung des BCE auf dem IAA-Stand
Die E/E-Theke auf dem Bertrandt-Stand bot über Bildschirme, Rechner und
einer BCE-Hardware die Möglichkeit, die virtuelle Softwareentwicklung
und die Versuchs- und Testphase darzustellen. Im Modell wurden die
Steuergerätefunktionalitäten dargestellt und konnten verändert werden.
Ebenso bestand die Möglichkeit, diese Funktionen zu simulieren. Dazu
waren am Stand eine idealisierte Restbussimulation und Simulation der
Aktorik und Sensorik über den Bertrandt-Busserver, einer
Eigenentwicklung, mit dem Modell gekoppelt. Der Prozess der
Software-Modellierung und -generierung wurde mit einer BCE-Hardware
vorgeführt. Auf der Theke ließ sich mit Hilfe einer Testumgebung der
aus dem Modell generierte Code testen. Damit wurde die zweite
Entwicklungsphase – Rapid-Prototyping am Laboraufbau – dargestellt. Für
den Versuchsaufbau wurden zwei Motoren der Sitzaktorik des Ergositzes
verwendet. Ausgestellt wurden der gesamte Aufbau, der die Netzteile zur
Spannungsversorgung und das Oszilloskop zum Messen der Motor-Signale
beinhaltet. Die praktische Anwendung des BCE-Projekts wurde anhand der
ausgestellten Sitzkiste demonstriert. Gesteuert wird der Ergositz mit
einer BCE-Hardware und einer mit Hilfe des gesamten
Entwicklungsprozesses geschaffenen Software.
Insgesamt stellte der Engineering-Dienstleister Bertrandt auf der IAA
2003 mit dem Thema BCE seine umfassende Leistungskraft im Bereich
Elektronik dar. Mit Hilfe des BCE-Projects wurde eine Entwicklungskette
bei Bertrandt zusammengestellt, die es in Zukunft erlaubt, komplette
Steuergeräte für Kunden modern und Kosten optimiert zu entwickeln. Für
die Zukunft gibt das BCE-Project auch die Optionen für eine Fertigung
und Lieferung von Seriensteuergeräten in Bertrandt-Verantwortung frei. |
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