|
Audi Q7 Entwicklung in Projektpartnerschaft |
High Performance neu definiert

Mit dem „Performance-SUV“ Q7 ist der AUDI AG ein großer Wurf gelungen.
Es verbindet in souveräner Manier Sportlichkeit mit Vielseitigkeit und
hoch entwickelte Technik mit dem Luxus der Oberklasse. Für
Entwicklungspartner Bertrandt Ingolstadt hat das Projekt die eigenen
Erwartungen übertroffen.
Vom Facelift zur Generalentwicklung
Während Bertrandt noch in der Endphase des A4-Facelifts involviert war,
suchte Audi einen Entwicklungspartner für sein neues Produkt, den Audi
Q7. Das neue Premiumfahrzeug sollte gemeinsam mit einem
Engineering-Dienstleister in Ingolstadt entwickelt werden. Bertrandt
wollte dabei sein. Der Q7 würde eine weitere Herausforderung in der
Entwicklungstiefe eines Fahrzeugs für die Ingolstädter
Bertrandt-Niederlassung darstellen.
Erstmalige Projektpartnerschaft unter Wettbewerbern
Um die Entwicklung des Audi A4 auf hohem Niveau fortzuführen, wurde der
Q7 gemeinsam mit dem ortsansässigen Mitbewerber IVM Automotive
angeboten. Als jeweils langjährige Partner der AUDI AG ergänzten sich
Bertrandt und IVM Automotive ideal. Eine besondere Herausforderung war
die erstmalige Vergabe eines Entwicklungsumfanges inklusive Simulation,
Erprobung und Fahrzeugsicherheit an einen Engineering-Dienstleister –
in diesem Falle die Projektpartner Bertrandt/IVM Automotive. Die
außergewöhnliche Konstellation zweier Wettbewerber stellte eine weitere
Besonderheit dar.
Strukturierte Projektorganisation
Die Voraussetzung für ein funktionierendes Projektmanagement bildet ein
strukturierter Informationsaustausch sowie die Entscheidungsfällung auf
Arbeits- und Eskalation in die Führungsebene. Dies wurde gemeinsam mit
klaren Vorgaben und Kommitments zu Projektanfang geschaffen und über
die gesamte Projektlaufzeit gelebt.
Die
erste Aufgabe bestand darin, die Projektorganisation von Bertrandt und
IVM Automotive zu definieren, um sich als Einheit zu präsentieren. Die
Regeln für die interne Zusammenarbeit sowie mit dem Kunden wurden in
einem Projekthandbuch festgelegt. Darin beschrieben sind ferner
Projektziele, organisatorische Rahmenbedinungen,
Querschnittsfunktionen, eingesetzte Formulare und Hilfsmittel.
Die klare Definition von Verantwortlichkeiten, Ansprechpartnern und
Entscheidungsebenen sowie die Beschreibung der Querschnittsfunktionen
half den Mitarbeitern, sich schnell im Projekt zuhause zu fühlen. Die
verbindliche Vorgabe von Dokumenten und Vorlagen stellte ein
einheitliches Erscheinungsbild intern und beim Kunden sicher. Das
Handbuch wurde laufend aktualisiert und dem Projektfortschritt
angepasst.
Eine wichtige Funktion des Kick-Offs war der Abgleich der
Erwartungshaltungen und der Lastenheftinhalte sowie die Festlegung
regelmäßiger Besprechungstermine. Zusätzlich wurde die
Organisationsstruktur im Projekt auf Kundenseite mit der eigenen
abgeglichen, um Kommunikationsinhalte bedarfsgerecht abzudecken.
Technische Highlights
Konzeptfahrzeug
Eine Besonderheit im Projekt stellte die Entwicklung eines qualitativ
hochwertigen Konzeptfahrzeugs in einer frühen Entwicklungsphase dar. So
war es der AUDI AG möglich, neben der virtuellen Absicherung sämtliche
Fahreigenschaften, Funktionen, Ergonomie und Bauteilgeometrien real auf
den Erprobungsfahrten zu erleben.
Fußgängerschutz
Durch den konsequenten Ausbau der Prozesskette bei Bertrandt konnte die
Funktionsentwicklung des Fußgängerschutzes und damit des gesamten
Vorderwagens komplett mit eigenen Ressourcen realisiert werden. In
einem engen Zusammenspiel von Berechnung, Konstruktion und Erprobung
wurde unter optimalen Bedingungen gearbeitet sowie schnell und
effizient entwickelt.
Heckklappe
Ein Alleinstellungsmerkmal des Q7 ist die weit um die D-Säule
herumgezogene Heckklappe aus Aluminium, die eine besonders große
Öffnung zum Kofferraum frei gibt. Sie stellte hohe Ansprüche an die
Entwickler hinsichtlich Passgenauigkeit, Gewicht und Steifigkeit, da
erstmalig auch die gesamte Leuchteneinheit integriert ist.
Interieur
Nach Abschluss der Prototypenfreigabe begleitete Bertrandt mit
nominierten Systemlieferanten die Entwicklung der Interieurkomponenten
bis zur Serie. Die Bearbeitung erfolgte in enger Abstimmung, wobei
Bertrandt Ingolstadt die Plattform für Simultaneous Engineering im
Projekthaus bildete. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der AUDI AG und
den Systemlieferanten entstand ein Interieur, das in dieser Klasse
seines Gleichen sucht. Ein entwicklungsverantwortlicher Audi-Ingenieur
beschreibt dies wie folgt: „Die Ausstattungsvarianten weisen die von
Audi gewohnte Qualität und Liebe zum Detail auf. Trotz robuster
Anmutung eines SUV hat der Q7 keine Zentimeter-, sondern
Millimeterspalten und ein akribisches Finish.“

Fahrzeug-Klimatisierung
In der Fahrzeug-Klimatisierung konnten die Projektvorgaben von Audi in
enger Zusammenarbeit mit den Systementwicklern und der Volkswagen AG
als Plattformentwickler umgesetzt werden. Bertrandt unterstützte auch
bei der Aggregatekühlung und sorgte dafür, dass die Plattform
unverändert im Q7 zum Einsatz kommen konnte.
Digital Mock-Up
Um den DMU-Prozess durchzuführen, wurde das Fahrzeug geometrisch in
einzelne Zonen und Module unterteilt, die jeweils von einem
Modulverantwortlichen betreut wurden. Deren Hauptaufgabe bestand in der
Analyse der aktuellsten Geometriedaten. Mit dem DMU-Navigator wurden
die Module auf Kollisionen bzw. notwendige Freigänge hin untersucht und
die Ergebnisse regelmäßig in DMU-Gesprächen vorgestellt. Mit der
Einführung des Virtual Product Managements (VPM) konnte der
Entwicklungsprozess weiter optimiert werden. Erstmalig wurde ein
strukturiertes DMU durchgeführt. So kamen die Partner dem Ziel näher,
physikalische durch digitale Prototypen zu ersetzen. Deutlich zu
erkennen war auch die neue Qualität der Prototypen. Viele Probleme, die
früher erst beim Aufbau erkannt wurden, waren im DMU bereits gelöst
bzw. tauchten gar nicht auf.
Projektabschluss
Anfang 2006 fand mit dem Management der AUDI AG das Projektreview zum
Q7 statt. Für die Themeninhalte Rohbau, Interieur, Klima und Kühlung,
Fahrzeugsicherheit, Simulation, DMU, Erprobung und das
Projektmanagement stellten die Partner eine Analyse zum Projektablauf
vor. Das Ergebnis ist für die beteiligten Unternehmen durchweg positiv.
Bezeichnend für das Projekt war, dass ein Umfang dieser Größenordnung
mit zwei Entwicklungsdienstleistern, die als Einheit aufgetreten sind,
erfolgreich abgewickelt werden konnte. Dies macht Mut zur Fortsetzung
außergewöhnlicher Lösungsansätze im Sinne des Kunden.
Wir bedanken uns für die sehr gute Zusammenarbeit im Projekt bei den
Verantwortlichen der AUDI AG sowie unseren Projektpartnern.
|
|