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Audi – Behörden- und Sonder(schutz)fahrzeuge |
Elektronik für Sonderderivate
Durch
den erhöhten Bedarf an Sonder- und Sonderschutzfahrzeugen erweitern die
Hersteller ihr Produktportfolio. Engineering-Dienstleister Bertrandt
unterstützt die OEMs in diesem Marktsegment bei der Entwicklung von
Elektrik-, Elektronik- und Konstruktions- bis hin zu Serien- und
Logistikumfängen. Für die AUDI AG war Bertrandt in der
Elektronikentwicklung für mehrere Sonderderivate des aktuellen A6 und
A8 unterwegs.

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Entwicklung vernetzter Funktionen
Bei
den Sonderderivaten A6 und A8 zeigte sich bereits kurz nach
Entwicklungsbeginn, dass sich eine Vielzahl gegenseitig beeinflussender
Serienfunktionen auf fast ebenso viele Seriensteuergeräte verteilen.
Dies führte dazu, zunächst vernetzte Funktionskonzepte für die
verschiedenen Derivate zu erarbeiten, die anschließend zwischen einem
neu entwickelten Multifunktionssteuergerät und den betroffenen
Seriensteuergeräten aufgeteilt wurden. Hierbei war ein möglichst
geringer Anpassungsaufwand in den Seriensteuergeräten das Ziel. Die aus
diesem Schritt heraus entstandenen Anforderungen für jedes betroffene
Steuergerät setzten die Bertrandt-Ingenieure in Funktionsbeschreibungen
um.
Entwicklungsunterstützung Multifunktionssteuergerät
In
modernen, durch hohen Integrationsgrad vernetzten Fahrzeugen ist ein
konventioneller Eingriff in Fahrzeugfunktionen wie beispielsweise Licht
und Blinker sehr aufwendig. Aus diesem Grund entschied sich Audi, ein
multifunktionales Steuergerät mit Sonderfunktionen zu entwickeln, das
als Schnittstelle zwischen der Fahrzeugvernetzung und den
Peripheriegeräten fungiert. Mit diesem integrierten Steuergerät lassen
sich über den Komfort-CAN Funktionen über bestehende Seriensteuergeräte
hinaus realisieren bzw. auslösen.
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Bertrandt übernahm in diesem Prozess die
Lieferantensteuerung. Darüber hinaus validierten die Ingenieure die
Soft- und Hardware-Änderungen am Steuergerät und spezifizierten es auf
Applikations- und Diagnoseebene. Anschließend wurde das Steuergerät in
die Fahrzeugvernetzung integriert und die Gesamtfunktion im Fahrzeug
getestet. Ein sehr enger Kontakt zu den zuständigen
Entwicklungsfachabteilungen bei Audi war wichtig, um eine reibungslose
Entwicklung und zeitgerechte Fertigstellung zu gewährleisten.
Funktionstests vernetzter Funktionen
Um
die Funktionsfähigkeit der entwickelten Konzepte zu verifizieren,
wurden manuelle Funktionstests durchgeführt – sowohl am
Vernetzungsbrett, an dem das komplette Auto wie beispielsweise
Behördenfahrzeug und Taxi nachgebildet wird, als auch in
Prototypfahrzeugen. Aber auch beim OEM vor Ort war Bertrandt bei
Vernetzungs- und Diagnosetests unterstützend tätig. Die aus den
Testergebnissen hervorgegangenen Änderungswünsche wurden von den
Ingenieuren dokumentiert und deren Umsetzung verfolgt.
Bordnetz- und Schaltplanentwicklung
Die
Integration von sonderfahrzeugspezifischen Schnittstellen wie Relais
und Schalter des bestehenden Serienleitungssatzes wird in VOBES
(Volkswagen Bordnetz-Entwicklungs-System) vorgenommen. VOBES umfasst
die Konstruktion der Leitungsstränge auf der Grundlage von
Systemplänen, verknüpft mit den Geometrieinformationen aus der
Karosseriekonstruktion und den darin durchgeführten
Einbauuntersuchungen. Bertrandt übernahm die Entwicklung der
Systemschaltpläne, die die logische Verschaltung von elektrischen
Systemen dokumentieren. Zum Projektumfang gehörte auch die Definition
von Leitungsfarben, Querschnitten und Abgängen der elektrischen
Kupplungen im vorhandenen Serienmodul. Nachdem der Serienlieferant die
ersten Prototypen des Leitungssatzes erstellt hatte, überprüfte
Bertrandt deren Verschaltung sowie Längen und Abgänge und arbeitete
diese nach. Weiterhin werden so genannte Zusatzleitungssätze zur
Adaption sonderfahrzeugspezifischer Systeme an den vorhandenen
Kupplungen entwickelt. Durch gezielt ausgewählte Systeme von
Lieferanten soll ein breites Spektrum der sonderfahrzeugspezifischen
Funktionalität abgedeckt werden. Hat sich der Hersteller für einen
Lieferanten entschieden, fertigt dieser Musterleitungssätze, die von
Bertrandt auf Richtigkeit und Funktionalität geprüft und anschließend
mit dem OEM freigegeben werden. Der Aufbau bzw. Einbau der
Leitungsstränge wird anhand von PDM-Blättern oder einer
Fotodokumentation vorgenommen. Im Produktionsprozess werden die
derivatspezifischen, modularen Leitungssätze teilweise in den
Serienleitungssatz integriert und direkt im Serienbandlauf verbaut. Das
Ergebnis ist eine – gemessen an der Vielzahl sonderfahrzeugspezifischer
Geräte und Funktionen – kurze Fertigungszeit.

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