
Das Cabin System Test Center
Das Cabin System Test Center wurde von der Lühmann Ingenieur AG (Airbus Buxtehude) in Buxtehude gebaut. Es sollte die Nachbildung der Airbus A380 Kabine sein, die eine Originallänge von rund 50 Metern misst. Ziel war es, im reduzierten Gesamtsystem möglichst viele Optionen in möglichst vielen Nachbauten der Kabinenumgebung darzustellen. „All dies auf stattlichen 22 Metern“, betont Lead-Engineer Dirk Liebegall. Lühmann stellte die Stahlkonstruktion (Spanten) zur Verfügung. Aus den Designdaten der Oberflächen von Airbus entwickelten Bertrandt-Ingenieure die Konstruktionsdaten für das CSC. Zeitgleich wurde ein Konzept für das Haltersystem erstellt, um die vielen Einzelteile in verschiedenen Varianten montieren zu können. So sollen beispielsweise unterschiedlichste Beleuchtungsszenarien in der Kabinennachbildung getestet werden, wie die Simulation von Tageslicht über die Dämmerungsphasen bis zur totalen Dunkelheit. Die Flugreisenden werden so entlastet und einem Jetlag kann entgegen gewirkt werden. Als herausfordernd stellte sich die Entwicklung des Dichtungssystems dar. Kein Lichtstrahl der voll funktionsfähigen Beleuchtung darf zwischen den Innenverkleidungen durchdringen. Keine leichte Aufgabe, betrachtet man die vielen unterschiedlichen Verbauungsvarianten.
Ein weiterer Projektumfang umfasste die Konstruktion und das anschließende Fräsen der Werkzeuge. Innerhalb des Bertrandt Technikum erwiesen sich die kurzen Wege zwischen Engineering und Modellbau als Vorteil. In nur 16 Wochen wurden die Werkzeuge entwickelt und fertig gestellt sowie die Sichtflächen des CSC als Laminatbauteile abgebildet, lackiert und montiert. Das Ergebnis ist beeindruckend. Main Deck und Upper Deck wirken majestätisch. Die Decks wurden komplett mit Interieur-Bauteilen in verschiedenen Varianten ausgestattet. Wie zum Beispiel zwei Gepäckfachvarianten im zylindrischen Bereich: ein fest stehendes „Fixed Bin“ für die Touristen-Klasse und ein flexibles „Movable Bin“ für die Erste Klasse. Dies führt zu deutlich großzügigeren Platzverhältnissen. Der neue A380 setzt auch hier Maßstäbe.

Expo Interieurmodell: Messeattraktion
Parallel zum CSC baute Bertrandt einen echten „Hingucker“, das sieben Meter lange „EXPO Mock-up“, das auf wichtigen Luftfahrtmessen ausgestellt wird. „Das EXPO Mock-up war bei der Paris Airshow 2005 der Anziehungspunkt Nummer eins“, freute sich Dirk Liebegall Ende Juni 2005 über die gute Leistung. „Das Faszinierende ist die volle Funktionsfähigkeit – und natürlich die Möglichkeit, es in alle Welt zu transportieren“, ergänzt der Projektverantwortliche von Bertrandt. Kein Wunder hat das Modell auf Messebesucher eine Anziehungskraft wie ein Magnet auf Eisenspäne. Die entspannte Atmosphäre und ein angenehmes Raumklima im Inneren laden dazu ein, das hektische Messeumfeld für einen Augenblick zu vergessen und in die Welt des neuen A380 einzutauchen. Auch Bertrandt-Ingenieur Samuel Kohler betont nicht ohne Stolz: „Zu wissen, etwas in dieser Qualität und Größe darstellen zu können, ist sehr befriedigend.“ Das Modell flog bereits 2005 quer über den Globus, um auf weiteren wichtigen Luftfahrtmessen Besucher und vor allem Airliner vom neuen König der Lüfte zu begeistern. Ermöglicht werden diese Reisen durch den Airbus Beluga, der das in vier Teile zerlegbare Modell sicher über den Wolken transportiert.