Airbus A380 - The Sky is the Limit

 ref_airbusa380_01

Konzeption und Umsetzung originalgetreuer Anschauungsmodelle des Airbus A380
Zwei einzigartige Interieur-Modelle des Airbus A380 konzipierte und fertigte Entwicklungsdienstleister Bertrandt im Auftrag der Lühmann Ingenieur AG in Buxtehude: Ein „Cabin System Test Center“ (CSC) für Kabinensystem-Tests, Beleuchtungsszenarien, Demonstrations-, Präsentationszwecke und Workshops sowie ein transpor­tables Interieurmodell (EXPO Mock-up) für Ausstellungen. Die Projektierung startete im schwäbischen Ehningen. Hier begannen im September 2004 drei Bertrandt-Teams unter der Leitung von Christian Riedel, Airbus Buxtehude und Bertrandt-Lead Engineer Dirk Liebegall mit der anspruchsvollen Projektarbeit.

Projektanforderung
Für das neue Flagschiff von Airbus, den A380, sollte Airbus-Entwicklungspartner Bertrandt bereits im Vorfeld ein möglichst originalgetreues Abbild vom Kabineninterieur darstellen. Eine besondere Herausforderung in diesem Projekt bot die Integration der im zylindrischen als auch im konischen Bereich verbauten Interieurbauteile mittels einer flexiblen Hilfsrahmenstruktur in der verkürzten, an den Originalrumpf angenäherten Spantenstruktur.

ref_airbusa380_02   ref_airbusa380_03.jpg

Das Cabin System Test Center

Das Cabin System Test Center wurde von der Lühmann Ingenieur AG (Airbus Buxte­hude) in Buxtehude gebaut. Es sollte die Nachbildung der Airbus A380 Kabine sein, die eine Originallänge von rund 50 Metern misst. Ziel war es, im reduzierten Gesamtsystem möglichst viele Optionen in möglichst vielen Nachbauten der Kabinenumgebung darzustellen. „All dies auf stattlichen 22 Metern“, betont Lead-Engineer Dirk Liebegall. Lühmann stellte die Stahlkonstruktion (Spanten) zur Verfügung. Aus den Design­daten der Oberflächen von Airbus entwickelten Bertrandt-Ingenieure die Konstruktionsdaten für das CSC. Zeitgleich wurde ein Konzept für das Haltersystem erstellt, um die vielen Einzelteile in verschiedenen Varianten montieren zu können. So sollen beispielsweise unterschiedlichste Beleuchtungsszenarien in der Kabinennachbildung getestet werden, wie die Simulation von Tageslicht über die Dämmerungsphasen bis zur totalen Dunkelheit. Die Flug­reisenden werden so entlastet und einem Jetlag kann entgegen gewirkt werden. Als herausfordernd stellte sich die Entwicklung des Dichtungssystems dar. Kein Lichtstrahl der voll funktions­fähigen Beleuchtung darf zwischen den Innenverkleidungen durchdringen. Keine leichte Aufgabe, betrachtet man die vielen unterschiedlichen Verbauungs­varianten.




ref_airbusa380_04

Ein weiterer Projektumfang umfasste die Konstruktion und das anschließende Fräsen der Werkzeuge. Innerhalb des Bertrandt Technikum erwiesen sich die kurzen Wege zwischen Engineering und Modellbau als Vorteil. In nur 16 Wochen wurden die Werkzeuge entwickelt und fertig gestellt sowie die Sichtflächen des CSC als Laminatbauteile abgebildet, lackiert und montiert. Das Ergebnis ist beeindruckend. Main Deck und Upper Deck wirken majestätisch. Die Decks wurden komplett mit Interieur-Bauteilen in verschiedenen Varianten ausgestattet. Wie zum Beispiel zwei Gepäckfachvarianten im zylindrischen Bereich: ein fest stehendes „Fixed Bin“ für die Touristen-Klasse und ein flexibles „Movable Bin“ für die Erste Klasse. Dies führt zu deutlich großzügigeren Platzverhältnissen. Der neue A380 setzt auch hier Maßstäbe.

ref_airbusa380_05   ref_airbusa380_06

Expo Interieurmodell: Messeattraktion

Parallel zum CSC baute Bertrandt einen echten „Hingucker“, das sieben Meter lange „EXPO Mock-up“, das auf wichtigen Luftfahrtmessen ausgestellt wird. „Das EXPO Mock-up war bei der Paris Airshow 2005 der Anziehungspunkt Nummer eins“, freute sich Dirk Liebegall Ende Juni 2005 über die gute Leistung. „Das Faszinierende ist die volle Funktions­fähigkeit – und natürlich die Möglichkeit, es in alle Welt zu transportieren“, ergänzt der Projektverantwortliche von Bertrandt. Kein Wunder hat das Modell auf Messebesucher eine Anziehungskraft wie ein Magnet auf Eisenspäne. Die entspannte Atmosphäre und ein angenehmes Raumklima im Inneren laden dazu ein, das hektische Messeumfeld für einen Augenblick zu vergessen und in die Welt des neuen A380 einzutauchen. Auch Bertrandt-Ingenieur Samuel Kohler betont nicht ohne Stolz: „Zu wissen, etwas in dieser Qualität und Größe darstellen zu können, ist sehr befriedigend.“ Das Modell flog bereits 2005 quer über den Globus, um auf weiteren wichtigen Luftfahrtmessen Besucher und vor allem Airliner vom neuen König der Lüfte zu begeistern. Ermöglicht werden diese Reisen durch den Airbus Beluga, der das in vier Teile zerlegbare Modell sicher über den Wolken transportiert.

ref_airbusa380_07   ref_airbusa380_08

Top-Ergebnis der Projektpartnerschaft
Während der Projektarbeit ist eine positive Zusammenarbeit zwischen Bertrandt, Lühmann Engineering und Airbus Buxtehude entstanden. „Durch gutes Projektmanagement resultierte die Ausarbeitung zur vollen Zufriedenheit des Kunden“, reflektiert Dirk Liebegall, und auch Christian Riedel bestätigt die gute gemeinsame Leistung, deren Qualität begeistert. Interieurmodellteile dieser Art, aus Glasfaserlaminat, gab es bisher noch nie. In der Regel erfolgte die Umsetzung in Schaumstoff- und Styropor.