Geschäftsentwicklung der Bertrandt AG positiv
19.12.2002
Die Bertrandt AG hat im Geschäftsjahr 2001/2002 die positive Geschäftsentwicklung des Vorjahres fortgesetzt und wichtige Finanzkennzahlen (IAS) verbessert. Der Hauptversammlung am 19. Februar 2003 werde daher die Zahlung einer Dividende von 0,15 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie vorgeschlagen. Auch im laufenden Geschäftsjahr liegt der Fokus des Unternehmens auf einem nachhaltigen Ergebnis- und Kundenwachstum.

Ziele in angespannten Marktumfeld erreicht
"Wir haben unsere Ziele erreicht", betonte Dietmar Bichler, Vorsitzender des Vorstands, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Bertrandt habe vom Outsourcing von Entwicklungsleistungen innerhalb der Automobilindustrie profitiert und der Verlauf des Geschäftsjahres entspreche den Erwartungen des Unternehmens. Das Marktumfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr sei angespannt und von strukturellen Neuausrichtungen einzelner Kunden und steigenden Anforderungen im Projektgeschäft gekennzeichnet gewesen. Dennoch konnte das Projektvolumen in Deutschland und Großbritannien ausgeweitet werden. Während sich die Marktbedingungen in Spanien als nachhaltig schwierig erwiesen, wurde der in Frankreich nach schwierigen Vorjahren anvisierte Turna-round erreicht. In Schweden wurden Vorleistungen zum Aufbau der Niederlassung in Göteborg getätigt.

Positive Resonanz auf dargestelltes Leistungsspektrum
Die Resonanz auf das an 19 Standorten in Europa und einem Verbindungsbüro in den USA dargestellte Leistungsspektrum war auch im Berichtsjahr positiv, sagte Bichler. Bertrandt habe notwendige Anpassungen des Leistungsspektrums zur Abrundung der Kompetenz in die ganzheitliche Fahrzeugentwicklung vorgenommen. Mit der Integration der Niederlassung Sindelfingen in die Bertrandt Technikum GmbH in Ehningen wurde ein strategischer Prozess zur Bündelung wichtiger Kernkompetenzen abgeschlossen. Rund 650 Mitarbeiter erbringen nun im Technikum Leistungen von der Modul- bis hin zur ganzheitlichen Fahrzeugentwicklung.

Bertrandt Projektgesellschaft mbH und ENOVIA LCA
Im Sinne einer permanenten Weiterentwicklung des Unternehmens wurde zum 1. Oktober 2002 die Bertrandt Projektgesellschaft mbH mit Sitz in Ehningen gegründet. Diese wird als zentrale Steuerungseinheit die Abwicklung größerer Projekte im Unternehmen lenkend begleiten. Zur zukünftigen Bearbeitung komplexer Ent-wicklungsprojekte wird Bertrandt das Produktdatenbankmanagement-System ENOVIA LCA mit Unterstützung von IBM und Das-sault Systèmes einführen. Im Rahmen dieser Implementierung werden bestehende Systeme und Prozesse auf einer einheitlichen Benutzerplattform zusammengeführt und weiterentwickelt.

Personal als wichtiger Faktor für Unternehmenserfolg
Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen in der Projektbe-arbeitung hat das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr großen Wert auf die fachliche und persönliche Weiterbildung der Mitarbeiter gelegt. Dabei wurden die Qualifizierungsmaßnahmen um ein neues Ausbildungskonzept für Projektmanagement erweitert, erläuterte Ralph Jacoby, zuständiges Vorstandsmitglied für die Bereiche Finanzen und Personal. Zur Nachwuchssicherung habe das Unternehmen seine Aktivitäten hinsichtlich der innerbetrieblichen Ausbildung weiter ausgebaut.

Solide Eigenkapitalquote und Dividende
Der Jahresabschluss wurde erstmals nach den International Accounting Standards (IAS) erstellt. Im vergangenen Geschäftsjahr habe das Unternehmen sein Investitionsverhalten an die verhalte-ne Marktentwicklung angepasst, betonte Jacoby. Der erzielte positive Free Cash-flow wurde zur Rückführung langfristiger Verbindlichkeiten verwendet. Die Eigenkapitalquote liege mit 35 Prozent auf einem soliden Niveau. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung in Sindelfingen eine Dividendenzahlung in Höhe von 0,15 Euro je Aktie vorschlagen. Der verbleibende Bi-lanzgewinn in Höhe von Euro 2.188.025,99 solle auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Steigende Modellvielfalt und kürzere Entwicklungszeiten
Die Automobilhersteller hätten ihre Aussagen hinsichtlich einer steigenden Modellvielfalt bestätigt, sagte Bichler. Bertrandt gehe daher aus heutiger Sicht von einem anhaltenden Outsourcing-Prozess von Entwicklungsleistungen in der Zukunft aus. Diese Einschätzung beruhe im Wesentlichen auf zwei Markttrends: einer steigenden Modellvielfalt und einer Verkürzung von Entwicklungs-zeiten. Aufgrund der erwarteten schwierigen wirtschaftlichen Rah-menbedingungen in der Automobilindustrie für 2003 können mögliche Auswirkungen auf die Marktentwicklung sowie auf die Verga-bestrategie einzelner Automobilhersteller nur schwer abgeschätzt werden. Dennoch bleibe es das Ziel des Unternehmens, Umsatz und Ergebnis weiter zu steigern.